Todesmutig in der neuen Welt
Nachdem der erste Anlauf dies hier zu schreiben aufgrund des kurzzeitigen Strommangels gescheitert ist, starte ich also meinen zweiten Anlauf mit der Zusammenfassung der letzten Tage. Da ich festgestellt habe, dass eine taegliche Berichterstattung weder mir noch dem Leser zuzumuten ist (wobei der erste Aspekt fuer mich wesentlicher erscheint...) werde ich also keine taeglichen Berichte mehr liefern (was mir ja ohnehin bisher nicht gelungen ist).
Da in meiner Reise die Kosten fuer das Mittagessen nicht inbegriffen sind, muss ich mich am Tage selbst versorgen. Was liegt da in Nordamerika naeher als Fastfood?
Um die kanadische Wirtschaft etwas anzukurbeln, war ich daher auch mal kanadisch essen...

Geschmacklich ist "Harveys" zwar etwas anders (ob besser oder schlechter wage ich nicht zu beurteilen) als die grossen US-amerikanischen Konkurrenten, aber eine Reise ist es sicher nicht wert. Wobei sich ueber den Geschmack von McDonalds und Burger King ja auch die Gelehrten streiten... Der Unterschied liegt vielmehr in der Zubereitung! Der Burger wird naemlich direkt vor den Augen des Kunden auf einem Grill gebraten und auf Wunsch zusammengestellt. So kann man bei jedem Bestandteil frei waehlen, ob man beispielsweise die Gurke (gell, Joerg) oder die Tomate nicht oder gerade doch haben will...
Das geht aber so schnell, dass die Wartezeiten noch akzeptabel sind, was moeglicherweise saisonale Gruende hat... Keine Ahnung. Ich musste auf jeden Fall bisher nie lange warten (was den durchaus berechtigten Schluss zulaesst, dass ich zwischenzeitlich noch mal da war...)
Am einem Abend der letzten Woche, nach einem ausgiebigen Orientierungslauf durch die Strassenschluchten von Toronto, habe ich mich dann doch hinreissen lassen ein Kino aufzusuchen.

Das Paramount, ein Kinokomplex wie man ihn mittlerweile ja auch in Deutschland immer mehr findet, hat mir also die Pforten geoeffnet. Fuer 12 CAD hab ich mir das auch verdient (ich glaube, hier waren die Steuern inbegriffen... kann mir mal einer erklaeren, nach welchem Prinzip Steuern extra ausgewiesen werden und wann nicht???)
Auch wenn ich von diesem Kino nicht auf andere schliessen kann, erscheinen mir die deutschen Kinos doch kompfortabler. Das faengt bei den Sitzen an, geht ueber die Teppiche und endet bei den hier nicht vorhandenen Platzreservierungen. Vielleicht probiere ich nochmal ein anderes aus...
Fuer meinen ersten Kinoabend habe ich mir "Man of the year" ausgesucht. Dieser neue Robin Williams Film war allerdings nach nur einer knappen Wochen Sprachkurs auessert schwierig zu verstehen... aber ich glaube, er war witzig (die anderen Besucher haben zumindestens gelacht...). Man hat mir mittlerweile erklaert, dass Robin Williams einfach zu viel Slang hat... Auf jeden Fall sah der Film schoen aus und war bunt. Vielleicht habe ich ja mal die Gelegenheit um ihn mir nochmals nach meiner Rueckkehr anzuschauen. Da aber in Deutschland (meines Wissens nach) jedoch noch kein Kino-Starttermin feststeht, kann das also gegebenenfalls noch dauern. Mich hat hat er etwas an den Film "Dave" erinnert. Daher denke ich, wer den Film "Dave" mit Kevin Kline mochte, wird auch an diesem Film hier seinen gefallen finden. Zudem ist Robin Williams in fast allen seinen Filmen sehenswert. Ein lustiger Film, der neben seiner durchaus vorhandenen Kurzweiligkeit, auch einigen Stoff zum Gruebeln, sowie Dramatik mit sich bringt. Themen wie "Politikverdrossenheit", "Macht der Medien" und "Courage" stehen nicht nur im Hintergrund.
Auf der Internetseite www.ofdb.de habe ich folgende (kurze) Inhaltsangebabe gefunden:
"Tom Dobbs (Robin Williams) ist ein Late-Night-Comedian, der allnächtlich einer frustrierten Nation aus der Seele spricht, indem er die augenblickliche Regierung durch den Kakao zieht.
Als besonders kurios empfindet er die Idee, selbst bei der Wahl für den nächsten US-Präsidenten anzutreten. Er selbst nimmt die Sache nicht ernst, aber das Volk fängt Feuer für die Idee und am Wahltag findet sich Dobbs plötzlich auf dem Weg ins Weiße Haus wieder.
Doch hier gerät er nicht nur zwischen die Interessengruppen, er muß auch erfahren, daß ein Computerfehler für seinen Sieg verantwortlich ist. Dobbs muß Stellung beziehen..."
Da ich ja nun Fachmann im "Nach-Kinos-fragen" und im "Film-Nichtverstehen" war, ueberkam mich der Gedanke, ich muss mehr reden. Da dies alleine aber nicht besonders unterhaltsam, etwas einseitig und auch nicht besonders zielfuehrend ist, musste ich mir einen anderen Ort dafuer suchen. Auf der Strasse ist das ebenfalls gar nicht so einfach, wenn man mehr als nur "Wo ist dies", "Wo ist jenes" erfragen moechte.
Auf Empfehlung meiner Klasse, die ja bekanntermassen nur aus der Lehrerin und einer Kolumbianerin besteht, suchte ich ein Hostel in der Innenstadt auf.

Diesem Hostel (eine Art Jugendherberge fuer Rucksacktouristen) ist eine Kneipe angegliedert und hier, so sagte man mir, waeren stets Leute auf der Durchreise die ebenfalls niemanden kennen. Also gut, dachte ich mir, gehe ich mal dahin! Zwar ist der Slogan des Hostels (das ueberwiegend Mehrbettzimmer anbietet) "Life's Too Short to Sleep Alone!" zwar sehr zweideutig, aber er verspricht eine gewisse Offenheit unter dem Publikum.
Dort angekommen bestellte ich also eine Heineken-Bier (versprochen: danach nur noch amerikanisches Bier!) und der Barkeeper fragte mich, warum ich ihn "Heini" nennen wuerde (auf englisch). Dies lies sich jedoch schnell klarstellen und ich bekam das Bier.
Der Raum war etwa halb gefuellt, ich fuehlte mich schon als einer der Aeltesten (na, ich bin ja auch schon fast 30) und auf einer Leinwand lief ein Eishockeyspiel.
Da stand ich nun alleine mit meinem Bier, aber keiner sprach mich an. Was hatte ich anderes erwartet? Ich ergriff daher die Initative und setzte mich auf ein Sofa zu irgendwelchen Leuten. Das Ergebnis war, dass ich den kompletten Rest des Eishockeyspiels ansah, aber immer noch mit keinem sprach. Und mein Bier war auch leer.
So einsam wie ich jetzt noch immer war, bestellte ich also ein weiteres Bier. Diesmal kein Heineken, sondern ein Budweiser (versprochen: danach nur noch kanadisches Bier). Es sind uebrigens kleine Biere hier!
Und da ich ja nicht lange so allein leben wollte, dachte ich mir ich leite in der "Raucherecke" (dem Innenhof des Hostels, denn rauchen ist in allen oeffentlichen Einrichtungen verboten) eine lebensverkuerzende Massnahme ein.
Kaum stand ich draussen, kam ich auch auch schon ins Gespraech mit einer Muenchenerin... aber ich wollte doch englisch reden und nicht noch eine zusaetzliche Fremdsprache lernen! Also suchte ich das Weite und fand sogleich das naechste Gespraech.
Man koennte fast meinen: "Raucher sterben vielleicht frueher, aber dafuer nicht alleine". Der Vollstaendigkeit halber sei jedoch erwaehnt, dass dies natuerlich in keinster Weise zum rauchen auffordern soll. Denn auch auf den hiesigen Zigarettenschachteln stehen entsprechende Warnhinweise zur Schaedlichkeit und dem Suchtpotential von Nikotin. Auch auf grossen Werbeflaechen in den Subways werden Hilfestellungen gegeben, die einen dazu bewegen sollen, mit dem Rauchen aufzuhoeren.
Zurueck zum Abend: Ein Schotte und ein Australier unterhielten sich ueber Fussball, Bier und die gemeinsame Abneigung gegenueber Englaendern. Frankfurt hat eine gute Fussballmanschaft, meinte der Schotte. Das sich dies schon bis ins Vereinigte Koenigreich rumgesprochen hat erfreute mich. Schliesslich gibt es noch immer Deutsche die da anderer Auffasung sind. Die Themen sind zwar nicht meine Spezialgebiete, aber ich redete einfach mal mit. Als dann noch ein "ungeliebter Englaender" hinzustiess, reduzierte man das Gespraech einfach um ein Thema und sprach weiter. Es kamen noch ein Belgier, eine Franzoesin, ein Portguiese, eine Kanadierin usw. zusammen. Es war ein bunter, netter und gespraechiger Abend.
Allerdings wurde es auf die Dauer dann doch sehr spaet und zu kalt dort draussen (spaet wurde es auch drinnen), so dass ich irgendwann beschloss mit Bus und Streetcar meinen Heimweg anzutreten.
Denn am naechsten Tag musste ich ja wieder zur Schule und da beschaeftigen wir uns mit Gegenwaertigem und Vergangenen. Die Zukunft kommt dagegen noch (das liegt wohl an der Sache).
Und wenn man sich schon ueber die vergangenen, gegenwaertigen und zukuenftigen Zeiten als auch ueber das schon bald anstehende Weihnachtsfest Gedanken macht (hat schon einer angefangen Geschenke zu besorgen?), besorgte ich mir mal das Buch "Charles Dickens' A chrismal carol" (Die Weihnachtsgeschichte) und stellte fest, dass der Herr Dickens ueber einen enormen Wortschatz verfuegt haben musste. Auf jeden Fall einen groesseren als ich: Was dazu fuehrt, dass ich mehr den Langenscheidt, als den Roman lese. Aber das nur nebenbei.
Schliesslich bin ich nicht nur Schueler hier, sondern auch Tourist und habe daher so einigen Pflichten nachzukommen.

So zum Beispiel der rund 554 Meter hohe CN-Tower (rechtes Bild): Das hoechste (ich finde viel zu hoch) freistehende Gebaeude der Welt musste erklommen werden. Natuerlich gegen Eintritt, was sonst. Eigentlich ist das fast das gleiche wie der Ginnheimer Spargel (linkes Bild) in Frankfurt, der ja wenigstens das zweithoechste Gebaeude Deutschlands ist, nur halt nochmal ca. 200 Meter hoeher. Glasaufzuege bin ich gluecklicherweise schon von meinem Arbeitgeber gewohnt, aber das hier war noch ein paar Meter hoeher als der Commerzbankturm. Aus rund 346 Metern Hoehe laesst sich auf Toronto, das Umland und den Ontariosee herunterblicken. Und wenn man sich erstmal davon ueberzeugt hat, dass der Turm auch wirklich haelt, laesst sich der Ausblick sogar geniessen.
Mit einem weiterem (erneut kostenpflichtigen) Aufzug laesst der Genuss in einer Hoehe 447 Metern jedoch schnell nach. Denn dort gibt es einen betretbaren Glasboden, der einen ungehindert in die Tiefe blicken laesst. Das ist das Geld zwar nicht unbedingt wert, aber wenn man erstmal davor steht, ueberlegt man sich allerdings was einem das eigene Leben wert ist.
Und nach 10 Minuten (mir kam es vor wie 10 Stunden), begab ich mich dann auch todesmutig auf die Glasflaeche. Konfrontationstherapie sagt mal wohl dazu. Und siehe da: Der hier vorliegende Bericht bestaetigt wider aller Befuerchtung, die Stabilitaet des Bauwerkes.
Noch mehr gaebe es zu berichten, aber das wird wohl erst im naechsten Bericht drinnen stehen!
Abschliessend nochmal Danke an alle Menschen die SMS, Mails und Blogkommentare aus der Heimat an mich hinterlassen. Meine Handymailbox dagegen kann ich leider nicht abrufen (also hinterlasst mir bitte dort keine Nachrichten).
Was fuer wilden Tieren ich schon begegnet bin, was es noch so zu essen gab, ob ich noch mehr Menschen begegnet bin und vieles mehr erfahrt in meinem naechsten Eintrag...
Da in meiner Reise die Kosten fuer das Mittagessen nicht inbegriffen sind, muss ich mich am Tage selbst versorgen. Was liegt da in Nordamerika naeher als Fastfood?
Um die kanadische Wirtschaft etwas anzukurbeln, war ich daher auch mal kanadisch essen...

Geschmacklich ist "Harveys" zwar etwas anders (ob besser oder schlechter wage ich nicht zu beurteilen) als die grossen US-amerikanischen Konkurrenten, aber eine Reise ist es sicher nicht wert. Wobei sich ueber den Geschmack von McDonalds und Burger King ja auch die Gelehrten streiten... Der Unterschied liegt vielmehr in der Zubereitung! Der Burger wird naemlich direkt vor den Augen des Kunden auf einem Grill gebraten und auf Wunsch zusammengestellt. So kann man bei jedem Bestandteil frei waehlen, ob man beispielsweise die Gurke (gell, Joerg) oder die Tomate nicht oder gerade doch haben will...
Das geht aber so schnell, dass die Wartezeiten noch akzeptabel sind, was moeglicherweise saisonale Gruende hat... Keine Ahnung. Ich musste auf jeden Fall bisher nie lange warten (was den durchaus berechtigten Schluss zulaesst, dass ich zwischenzeitlich noch mal da war...)
Am einem Abend der letzten Woche, nach einem ausgiebigen Orientierungslauf durch die Strassenschluchten von Toronto, habe ich mich dann doch hinreissen lassen ein Kino aufzusuchen.

Das Paramount, ein Kinokomplex wie man ihn mittlerweile ja auch in Deutschland immer mehr findet, hat mir also die Pforten geoeffnet. Fuer 12 CAD hab ich mir das auch verdient (ich glaube, hier waren die Steuern inbegriffen... kann mir mal einer erklaeren, nach welchem Prinzip Steuern extra ausgewiesen werden und wann nicht???)
Auch wenn ich von diesem Kino nicht auf andere schliessen kann, erscheinen mir die deutschen Kinos doch kompfortabler. Das faengt bei den Sitzen an, geht ueber die Teppiche und endet bei den hier nicht vorhandenen Platzreservierungen. Vielleicht probiere ich nochmal ein anderes aus...
Fuer meinen ersten Kinoabend habe ich mir "Man of the year" ausgesucht. Dieser neue Robin Williams Film war allerdings nach nur einer knappen Wochen Sprachkurs auessert schwierig zu verstehen... aber ich glaube, er war witzig (die anderen Besucher haben zumindestens gelacht...). Man hat mir mittlerweile erklaert, dass Robin Williams einfach zu viel Slang hat... Auf jeden Fall sah der Film schoen aus und war bunt. Vielleicht habe ich ja mal die Gelegenheit um ihn mir nochmals nach meiner Rueckkehr anzuschauen. Da aber in Deutschland (meines Wissens nach) jedoch noch kein Kino-Starttermin feststeht, kann das also gegebenenfalls noch dauern. Mich hat hat er etwas an den Film "Dave" erinnert. Daher denke ich, wer den Film "Dave" mit Kevin Kline mochte, wird auch an diesem Film hier seinen gefallen finden. Zudem ist Robin Williams in fast allen seinen Filmen sehenswert. Ein lustiger Film, der neben seiner durchaus vorhandenen Kurzweiligkeit, auch einigen Stoff zum Gruebeln, sowie Dramatik mit sich bringt. Themen wie "Politikverdrossenheit", "Macht der Medien" und "Courage" stehen nicht nur im Hintergrund.Auf der Internetseite www.ofdb.de habe ich folgende (kurze) Inhaltsangebabe gefunden:
"Tom Dobbs (Robin Williams) ist ein Late-Night-Comedian, der allnächtlich einer frustrierten Nation aus der Seele spricht, indem er die augenblickliche Regierung durch den Kakao zieht.
Als besonders kurios empfindet er die Idee, selbst bei der Wahl für den nächsten US-Präsidenten anzutreten. Er selbst nimmt die Sache nicht ernst, aber das Volk fängt Feuer für die Idee und am Wahltag findet sich Dobbs plötzlich auf dem Weg ins Weiße Haus wieder.
Doch hier gerät er nicht nur zwischen die Interessengruppen, er muß auch erfahren, daß ein Computerfehler für seinen Sieg verantwortlich ist. Dobbs muß Stellung beziehen..."
Da ich ja nun Fachmann im "Nach-Kinos-fragen" und im "Film-Nichtverstehen" war, ueberkam mich der Gedanke, ich muss mehr reden. Da dies alleine aber nicht besonders unterhaltsam, etwas einseitig und auch nicht besonders zielfuehrend ist, musste ich mir einen anderen Ort dafuer suchen. Auf der Strasse ist das ebenfalls gar nicht so einfach, wenn man mehr als nur "Wo ist dies", "Wo ist jenes" erfragen moechte.
Auf Empfehlung meiner Klasse, die ja bekanntermassen nur aus der Lehrerin und einer Kolumbianerin besteht, suchte ich ein Hostel in der Innenstadt auf.

Diesem Hostel (eine Art Jugendherberge fuer Rucksacktouristen) ist eine Kneipe angegliedert und hier, so sagte man mir, waeren stets Leute auf der Durchreise die ebenfalls niemanden kennen. Also gut, dachte ich mir, gehe ich mal dahin! Zwar ist der Slogan des Hostels (das ueberwiegend Mehrbettzimmer anbietet) "Life's Too Short to Sleep Alone!" zwar sehr zweideutig, aber er verspricht eine gewisse Offenheit unter dem Publikum.
Dort angekommen bestellte ich also eine Heineken-Bier (versprochen: danach nur noch amerikanisches Bier!) und der Barkeeper fragte mich, warum ich ihn "Heini" nennen wuerde (auf englisch). Dies lies sich jedoch schnell klarstellen und ich bekam das Bier.
Der Raum war etwa halb gefuellt, ich fuehlte mich schon als einer der Aeltesten (na, ich bin ja auch schon fast 30) und auf einer Leinwand lief ein Eishockeyspiel.Da stand ich nun alleine mit meinem Bier, aber keiner sprach mich an. Was hatte ich anderes erwartet? Ich ergriff daher die Initative und setzte mich auf ein Sofa zu irgendwelchen Leuten. Das Ergebnis war, dass ich den kompletten Rest des Eishockeyspiels ansah, aber immer noch mit keinem sprach. Und mein Bier war auch leer.
So einsam wie ich jetzt noch immer war, bestellte ich also ein weiteres Bier. Diesmal kein Heineken, sondern ein Budweiser (versprochen: danach nur noch kanadisches Bier). Es sind uebrigens kleine Biere hier!
Und da ich ja nicht lange so allein leben wollte, dachte ich mir ich leite in der "Raucherecke" (dem Innenhof des Hostels, denn rauchen ist in allen oeffentlichen Einrichtungen verboten) eine lebensverkuerzende Massnahme ein.
Kaum stand ich draussen, kam ich auch auch schon ins Gespraech mit einer Muenchenerin... aber ich wollte doch englisch reden und nicht noch eine zusaetzliche Fremdsprache lernen! Also suchte ich das Weite und fand sogleich das naechste Gespraech.
Man koennte fast meinen: "Raucher sterben vielleicht frueher, aber dafuer nicht alleine". Der Vollstaendigkeit halber sei jedoch erwaehnt, dass dies natuerlich in keinster Weise zum rauchen auffordern soll. Denn auch auf den hiesigen Zigarettenschachteln stehen entsprechende Warnhinweise zur Schaedlichkeit und dem Suchtpotential von Nikotin. Auch auf grossen Werbeflaechen in den Subways werden Hilfestellungen gegeben, die einen dazu bewegen sollen, mit dem Rauchen aufzuhoeren.
Zurueck zum Abend: Ein Schotte und ein Australier unterhielten sich ueber Fussball, Bier und die gemeinsame Abneigung gegenueber Englaendern. Frankfurt hat eine gute Fussballmanschaft, meinte der Schotte. Das sich dies schon bis ins Vereinigte Koenigreich rumgesprochen hat erfreute mich. Schliesslich gibt es noch immer Deutsche die da anderer Auffasung sind. Die Themen sind zwar nicht meine Spezialgebiete, aber ich redete einfach mal mit. Als dann noch ein "ungeliebter Englaender" hinzustiess, reduzierte man das Gespraech einfach um ein Thema und sprach weiter. Es kamen noch ein Belgier, eine Franzoesin, ein Portguiese, eine Kanadierin usw. zusammen. Es war ein bunter, netter und gespraechiger Abend.
Allerdings wurde es auf die Dauer dann doch sehr spaet und zu kalt dort draussen (spaet wurde es auch drinnen), so dass ich irgendwann beschloss mit Bus und Streetcar meinen Heimweg anzutreten.
Denn am naechsten Tag musste ich ja wieder zur Schule und da beschaeftigen wir uns mit Gegenwaertigem und Vergangenen. Die Zukunft kommt dagegen noch (das liegt wohl an der Sache).
Und wenn man sich schon ueber die vergangenen, gegenwaertigen und zukuenftigen Zeiten als auch ueber das schon bald anstehende Weihnachtsfest Gedanken macht (hat schon einer angefangen Geschenke zu besorgen?), besorgte ich mir mal das Buch "Charles Dickens' A chrismal carol" (Die Weihnachtsgeschichte) und stellte fest, dass der Herr Dickens ueber einen enormen Wortschatz verfuegt haben musste. Auf jeden Fall einen groesseren als ich: Was dazu fuehrt, dass ich mehr den Langenscheidt, als den Roman lese. Aber das nur nebenbei.
Schliesslich bin ich nicht nur Schueler hier, sondern auch Tourist und habe daher so einigen Pflichten nachzukommen.

So zum Beispiel der rund 554 Meter hohe CN-Tower (rechtes Bild): Das hoechste (ich finde viel zu hoch) freistehende Gebaeude der Welt musste erklommen werden. Natuerlich gegen Eintritt, was sonst. Eigentlich ist das fast das gleiche wie der Ginnheimer Spargel (linkes Bild) in Frankfurt, der ja wenigstens das zweithoechste Gebaeude Deutschlands ist, nur halt nochmal ca. 200 Meter hoeher. Glasaufzuege bin ich gluecklicherweise schon von meinem Arbeitgeber gewohnt, aber das hier war noch ein paar Meter hoeher als der Commerzbankturm. Aus rund 346 Metern Hoehe laesst sich auf Toronto, das Umland und den Ontariosee herunterblicken. Und wenn man sich erstmal davon ueberzeugt hat, dass der Turm auch wirklich haelt, laesst sich der Ausblick sogar geniessen.
Mit einem weiterem (erneut kostenpflichtigen) Aufzug laesst der Genuss in einer Hoehe 447 Metern jedoch schnell nach. Denn dort gibt es einen betretbaren Glasboden, der einen ungehindert in die Tiefe blicken laesst. Das ist das Geld zwar nicht unbedingt wert, aber wenn man erstmal davor steht, ueberlegt man sich allerdings was einem das eigene Leben wert ist.
Und nach 10 Minuten (mir kam es vor wie 10 Stunden), begab ich mich dann auch todesmutig auf die Glasflaeche. Konfrontationstherapie sagt mal wohl dazu. Und siehe da: Der hier vorliegende Bericht bestaetigt wider aller Befuerchtung, die Stabilitaet des Bauwerkes.
Noch mehr gaebe es zu berichten, aber das wird wohl erst im naechsten Bericht drinnen stehen!
Abschliessend nochmal Danke an alle Menschen die SMS, Mails und Blogkommentare aus der Heimat an mich hinterlassen. Meine Handymailbox dagegen kann ich leider nicht abrufen (also hinterlasst mir bitte dort keine Nachrichten).
Was fuer wilden Tieren ich schon begegnet bin, was es noch so zu essen gab, ob ich noch mehr Menschen begegnet bin und vieles mehr erfahrt in meinem naechsten Eintrag...

2 Comments:
Hallo "Heini",
ich finde Deine Berichte echt super spannend und unterhaltsam.
Weiter so!
Und prima dass der Ruf der Eintracht auch bis nach Schottland und Australien hallt... ;o)
Übrigens: Adressentechnisch kann ich Dich noch nicht versorgen, sitze am "falschen" PC...
Viel Spaß noch und Guten Appetit bzw. PROST!
Hey ho Benny,
wie ich sehe (ich hoffe, du siehst es auch), kann ich hier doch reinschreiben. Hast du was geÄÄÄndert?? Dein Blog ist wirklich cool. Und dieses riesen Gebäude mit einem Glasboden?!?!?! Ich glaube, ich hÄÄÄtte da auch gewartet. Ich habe es dann endlich auch geschafft deinen Blog durchzulesen. Also, schÖÖÖnen Gruß nach Kanada und mach weiter so.
Be blessed
Fabian aus Deutschland
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