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Freitag, November 17, 2006

Fortbildung in der neuen Welt

Waehrend das Wetter mir offensichtlich mit Regen versucht den Abschied aus Toronto leicht zu machen, schwelge ich in den Erlebnissen der letzten Wochen. Aber das war natuerlich nicht nur Spass, sondern auch jede Menge Fortbildung. Das beginnt jeden Tag mit den obligatorischen "English-Lessons" und geht manchmal mit finnischen Blog-Kommentaren von Kolleginnen (Danke fuer die "Gute Reise", Fr. H.!) weiter...
Aber auch sonst bietet Toronto einige Moeglichkeiten um seinen Horizont zu erweitern.

So war ich dann letzte Woche im "Ontario Science Centre". Ein interaktives Museum rund um alle Fragen, die irgendwas mit Wissenschaft zu tun haben.
So konnte man eine kuenstliche Unterwasserwelt beobachten, einen kleinen Regenwald durchwandern, sich ueber den Fortpflanzungsprozess von allen moeglichen Lebewesen (u.a. Menschen - was vor allem bei den anwesenden Teenagern auf reges Interesse stiess) und die angebliche Enstehung der Erde (wer war dabei...?) informieren. Sich der Astronomie, verschiedenen Kulturen oder der Entstehung der Sprachen annehmen, Sinneswahrnehmungen testen und erforschen und sich ueber den menschlichen Koerper und dessen Verfall der schon mit 20 Jahren (!) beginnt (jetzt weiss ich, dank der aging-machine, was mich in 50 Jahren erwartet... aber zum Glueck nehme ich offensichtlich nicht extrem zu) erkundigen. Um nur eine kleine unvollstaendige Auswahl zu nennen. Ich hatte den Eindruck, dass es nur wenig gibt, was hier nicht unter die Lupe genommen wurde.

Aber um mir eine Freude zu machen, gab es dann noch eine Marvel-Sonderausstellung. Zur Erklaerung: Marvel ist der Herausgeber von vielen bekannten amerikanischen Superhelden-Comics wie Spiderman, Hulk, Daredevil und vielen mehr... Hier wurden die Superkraefte der Helden mal genauer betrachtet. Jetzt weiss ich wie stabil Spinnfaeden sind, wie sich blinde Menschen orientieren koennen, wie Kaelte sich auf unseren Koerper auswirkt, wie ich von einer Waermebildkamera wahrgenommen werde und das wir alle Mutanten sind (das Bild bezieht sich jedoch auf's Alter und nicht auf den Mutanten!). Leider war mein Lieblingsheld Batman nicht dabei, aber der kann ja nicht mal richtig fliegen und ist auch gar nicht von Marvel (sondern DC-Comics, aber dies sei nur am Rande erwaehnt).
Da das ganze Museum jedoch wohl fuer Schulklassen konzipiert ist, waere das in Deutschland wohl ein "Hier kommt die Maus-Museum" geworden. War jedoch auch ohne Maus ganz interessant, obwohl ich mir inmitten der ganzen Schulklassen ein bisschen alt vorkam und es auch nicht immer so einfach war, die ganzen Erlaeuterungen zu uebersetzen :-(

Um mir dann aber wieder ein bisschen juenger vorzukommen (Alter ist vielleicht doch nur eine Frage der Perspektive) ging ich dann noch ins ROM. Nein, nicht nach Rom, sondern ins "Royal Ontario Museum". Dort kam ich mir zwar im Verhaeltnis zu den anderen Besuchern wieder um einiges juenger vor, allerdings fand ich die Ausstellung auch bei weitem nicht so interessant... hier konnte man von allem ein bisschen was sehen. Eine Ausstellung ueber die Ureinwohner Kanadas (was ich am interessantesten fand), eine Ausstellung ueber die Tierwelt mit Voegeln, Elchen und Woelfen (diesmal naeher als im Zoo, aber dafuer alle ausgestopft), die Aegypter (wobei das aegyptische Museum in Kairo erfahrungsgemaess mehr zu bieten hat), die Griechen (jedoch konnte man bei Ansicht des sehr bruechigen Torso von Eros eine neue Theorie ueber den Untergang dieser antiken Grossmacht aufstellen...), den Englaendern (viele alte Moebel...) und eine aktuelle Austellung ueber italienisches Design des letzten Jahrhunderts (eine Vespa, einen Fiat, merkwuerdige Lampen und Stuehle, nicht wirklich brauchbare Haushaltsgegenstaende, viel zu grosse Radios und jede Menge Olivetti-Schreibmachinen) und vieles mehr betrachten...

Ich fuehlte mich nach soviel neuen Eindruecken nunmehr genug gebildet und machte mich also wieder auf um die Welt der Gegenwart zu erkunden!

Da man mir jedoch geschrieben hat, ich solle lieber viele kurze, als wenige lange Berichte hinterlassen werde ich diesen Eintrag schon vorzeitig beenden (wahrscheinlich dennoch zu lange...).

Der noch ausstehende Bericht von Orten, wo es auch von unten regnet folgt aber noch in Kuerze. Es gibt noch so viel zu berichten... von einsamen Inseln, interkulturellen Zusammenkuenften, einem Taxi im Wasser, neuen Perspektiven, kanadischem Bier und vielem mehr. Dann schon bald hier im Blog!

3 Comments:

Anonymous Anonym said...

Hi Benjamin,

besser lang und kurzweilig als kurz und öde. Echt spannend, was Du so zu erzählen hast! Genauso gespannt bin ich darauf, bald mal einige Deiner [dann entwickelten] Bilder zu sehen. Bis dahin einen super Abschluss in Canada!

Gruß aus Augsburg, Michael

3:52 PM  
Anonymous Anonym said...

Jaja, da fährt der herr Unthan in mein Lieblingsstadt. Scheint Dir ja einigermaßen gefallen zu haben. Falls du noch da sein solltest... schöne Zeit noch. Gruß aus (leider nicht Toronto) Mainz
Sönke

10:35 AM  
Anonymous Anonym said...

Diesmal schaffe ich es:
Ich habe schon dreimal einen Kommentar angefangen und wurde jedesmal durch Besuch, Anruf oder sonstiges an der Vollendung gehindert.

Wahrscheinlich sitzt du inzwischen schon wieder im Flieger Richtung Schmitten, aber in good old Germnay soll es ja auch Internet geben.

Danke für die lebendigen Impressionen aus der Traumwelt. Zwar ist Toronto wahrscheinlich auch nur eine Stadt wie New York oder London, aber für mich verknüpfen sich mit Kanada schon seit annähernd dreißig(!) Jahren Sehnsüchte und Träume.

Insofern bitte, egal wie lang, noch die Fortsetzung...BITTE!

10:11 AM  

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