Uncle Ben's Blog-Hütte

Name:
Standort: Germany

Freitag, November 17, 2006

Fortbildung in der neuen Welt

Waehrend das Wetter mir offensichtlich mit Regen versucht den Abschied aus Toronto leicht zu machen, schwelge ich in den Erlebnissen der letzten Wochen. Aber das war natuerlich nicht nur Spass, sondern auch jede Menge Fortbildung. Das beginnt jeden Tag mit den obligatorischen "English-Lessons" und geht manchmal mit finnischen Blog-Kommentaren von Kolleginnen (Danke fuer die "Gute Reise", Fr. H.!) weiter...
Aber auch sonst bietet Toronto einige Moeglichkeiten um seinen Horizont zu erweitern.

So war ich dann letzte Woche im "Ontario Science Centre". Ein interaktives Museum rund um alle Fragen, die irgendwas mit Wissenschaft zu tun haben.
So konnte man eine kuenstliche Unterwasserwelt beobachten, einen kleinen Regenwald durchwandern, sich ueber den Fortpflanzungsprozess von allen moeglichen Lebewesen (u.a. Menschen - was vor allem bei den anwesenden Teenagern auf reges Interesse stiess) und die angebliche Enstehung der Erde (wer war dabei...?) informieren. Sich der Astronomie, verschiedenen Kulturen oder der Entstehung der Sprachen annehmen, Sinneswahrnehmungen testen und erforschen und sich ueber den menschlichen Koerper und dessen Verfall der schon mit 20 Jahren (!) beginnt (jetzt weiss ich, dank der aging-machine, was mich in 50 Jahren erwartet... aber zum Glueck nehme ich offensichtlich nicht extrem zu) erkundigen. Um nur eine kleine unvollstaendige Auswahl zu nennen. Ich hatte den Eindruck, dass es nur wenig gibt, was hier nicht unter die Lupe genommen wurde.

Aber um mir eine Freude zu machen, gab es dann noch eine Marvel-Sonderausstellung. Zur Erklaerung: Marvel ist der Herausgeber von vielen bekannten amerikanischen Superhelden-Comics wie Spiderman, Hulk, Daredevil und vielen mehr... Hier wurden die Superkraefte der Helden mal genauer betrachtet. Jetzt weiss ich wie stabil Spinnfaeden sind, wie sich blinde Menschen orientieren koennen, wie Kaelte sich auf unseren Koerper auswirkt, wie ich von einer Waermebildkamera wahrgenommen werde und das wir alle Mutanten sind (das Bild bezieht sich jedoch auf's Alter und nicht auf den Mutanten!). Leider war mein Lieblingsheld Batman nicht dabei, aber der kann ja nicht mal richtig fliegen und ist auch gar nicht von Marvel (sondern DC-Comics, aber dies sei nur am Rande erwaehnt).
Da das ganze Museum jedoch wohl fuer Schulklassen konzipiert ist, waere das in Deutschland wohl ein "Hier kommt die Maus-Museum" geworden. War jedoch auch ohne Maus ganz interessant, obwohl ich mir inmitten der ganzen Schulklassen ein bisschen alt vorkam und es auch nicht immer so einfach war, die ganzen Erlaeuterungen zu uebersetzen :-(

Um mir dann aber wieder ein bisschen juenger vorzukommen (Alter ist vielleicht doch nur eine Frage der Perspektive) ging ich dann noch ins ROM. Nein, nicht nach Rom, sondern ins "Royal Ontario Museum". Dort kam ich mir zwar im Verhaeltnis zu den anderen Besuchern wieder um einiges juenger vor, allerdings fand ich die Ausstellung auch bei weitem nicht so interessant... hier konnte man von allem ein bisschen was sehen. Eine Ausstellung ueber die Ureinwohner Kanadas (was ich am interessantesten fand), eine Ausstellung ueber die Tierwelt mit Voegeln, Elchen und Woelfen (diesmal naeher als im Zoo, aber dafuer alle ausgestopft), die Aegypter (wobei das aegyptische Museum in Kairo erfahrungsgemaess mehr zu bieten hat), die Griechen (jedoch konnte man bei Ansicht des sehr bruechigen Torso von Eros eine neue Theorie ueber den Untergang dieser antiken Grossmacht aufstellen...), den Englaendern (viele alte Moebel...) und eine aktuelle Austellung ueber italienisches Design des letzten Jahrhunderts (eine Vespa, einen Fiat, merkwuerdige Lampen und Stuehle, nicht wirklich brauchbare Haushaltsgegenstaende, viel zu grosse Radios und jede Menge Olivetti-Schreibmachinen) und vieles mehr betrachten...

Ich fuehlte mich nach soviel neuen Eindruecken nunmehr genug gebildet und machte mich also wieder auf um die Welt der Gegenwart zu erkunden!

Da man mir jedoch geschrieben hat, ich solle lieber viele kurze, als wenige lange Berichte hinterlassen werde ich diesen Eintrag schon vorzeitig beenden (wahrscheinlich dennoch zu lange...).

Der noch ausstehende Bericht von Orten, wo es auch von unten regnet folgt aber noch in Kuerze. Es gibt noch so viel zu berichten... von einsamen Inseln, interkulturellen Zusammenkuenften, einem Taxi im Wasser, neuen Perspektiven, kanadischem Bier und vielem mehr. Dann schon bald hier im Blog!

Montag, November 13, 2006

Sinnfragen in der neuen Welt

Auch wenn die Kommentare im Blog das letzte mal eher mager ausgefallen sind, habe ich doch auf anderen Wegen verschiedene Rueckmeldungen bekommen. Also wird der Blog anscheinend gelesen und kann daher fortgesetzt werden.

Vielleicht lag der Mangel an Kommentaren aber auch daran, dass bisher nur registrierte Online-Leser von dieser Moeglichkeit gebrauch machen konnten. Daher gibts ab sofort eine Aenderung: Jetzt kann von nun an jeder (also auch unregistrierte) Online-Leser Kommentare hinterlassen. Schreibt nur bitte Eure Namen dazu, damit ich weiss, von wem's kommt!

Der folgende Bericht gibt zwar nur die Zeit bis Mitte der vergangenen Woche wieder, aber ich komme gar nicht mehr mit. Eigentlich koennte ich mittlerweile noch viel mehr schreiben, aber das hebe ich mir daher fuer den naechsten Bericht auf.

Kanada, meine Wahlheimat fuer 3 Wochen. Das zweitgroesste Land der Erde. Unendliche Waldbestaende und riesige Seen. Eine Vielzahl von Tieren, wilde Fluesse und so weit das Auge reicht unberuehrte Natur.

So, oder so aehnlich stellen sich viele Kanada vor. Und moeglicherweise ist das auch in einem grossen Teil des Landes so. Hier in Toronto habe ich allerdings von alledem nur wenig.

Um dennoch ein bisschen Naur, einen kanadischen Baeren, einen Elch oder was sonst noch hier so rumkreucht zu finden bin ich dann mal in den Zoo (der angeblich 4-groesste der Welt) gegangen.



Einige Tiere scheinen es den Umstaenden entsprechend ganz gut zu haben. Wie die Bueffel, die Wildpferde oder Zebras denen ein grosses Auslaufgehege zugebilligt wird. Allerdings sind auch genuegend Tiere alleine in ihren Kaefigen untergebracht und schauen einem dann gelangweilt und traege in die Augen.
Ich habe mich gefragt, ob Vegetarier (also die, die der Tierliebe wegen auf den Fleischkonsum verzichten) in den Zoo gehen duerfen? Oder ob es nicht fuer die meisten der Tiere angenehmer waere gegessen zu werden.
Auch wenn die wenigen noch existierenden Wildpferde nur noch in Zoos leben: Ist denen das Fortbestehen ihrer Rasse so wichtig oder dem Menschen, der ja zu einem grossen Teil fuer das Aussterben verantwortlich ist? Und: in weit kann man hier ueberhaupt noch von Wildpferden sprechen, die moeglicherweise seit Generationen in Gefangenschaft leben?

Nun denn, nach einem ausgiebigen Spaziergang zwischen den Kontinenten habe ich Tiger, Gorillas, Enten, Woelfe, Adler, Biber, Robben, Baeren, Fuechse, Giraffen, Schlangen, Fische, Flusspferde, Schimpansen, Loewen, Seepferdchen und vieles mehr gesehen.

Tja, da kommt man einmal nach Kanada und erlebt gleich die ganze (wilde) Welt.

Waehrend ich also durch den Zoo schlenderte und mir die wunderbare domestizierte Vielfalt der weiten Welt anschaute hoerte ich ein Rascheln im Gebuesch. Stets auf der Hut vor wilden Tieren, hier im weiten Kanada, blieb ich geraeuschlos stehen. Und da war es wieder. Irgendwo im Wald raschelte es. Die Aeste zitterten und vorsichtig holte ich meine Kamera aus der Tasche.
Und da erfasste mein erforschender Blick das wilde Tier: Ein Streifenhoernchen. Und da war noch eines. Da dachte ich mir die beiden kenne ich doch. Und tatsaechlich: Sie sind bekannt als Walt Disneys A- und B-Hoernchen oder fuer die juengerer als Chip und Chap beziehunsgweise im englischsprachrigen Raum als Chip & Dale.
Allerdings waren die schneller als mein Objektiv und entkamen daher meinem Ansinnen, diesen Moment fotografisch festhalten zu wollen. Schade.

Eine Weile spaeter begegnete ich ihnen (oder waren es Doubles?) dann nochmal. Doch auch diesmal entkamen sie meiner Linse.

Das waren dann wohl die einzigen nennenswerten wilden Tiere, denen ich im Zoo begegnet bin. Aber umsomehr wilde Tiere erlebt man dafuer in der Stadt. Vorzugsweise in den vielen Parkanlagen, wie zum Beispiel dem Queenspark, den ich mir fuer einen Spaziergang aussuchte, oder in den Vorgaerten.

Waehrend es in Deutschland noch etwas besonderes ist ein Eichhoernchen zu sehen, ist man hier schon darauf gefasst. Da huepft eines, da spielen ein paar, da klettern sie, da fressen welche.
Eine Vielzahl der zumeist dunkelbraunen (aber es gibt auch schwarze oder graue, unsere heimischen goldfarbenen sind mir noch nicht begegnet) Baumbewohner ist hier zu finden. Und die lassen sich auch leichter fotografieren. Vielleicht liegt es daran, dass sie nicht so prominent sind?

Wem man hier angeblich auch des oefteren begegenet, sind Waschbaeren die wohl mit besonderer Vorliebe die Muelleimer ausrauben und nach Nahrungsmitteln durchstoebern. Mir ist allerdings noch keiner begegnet. Entweder gehe ich einfach die falschen Wege oder ich habe nicht den erforderlichen Jaegerblick. Moeglicherweise liegt es aber auch daran, dass der Waschbaer, nach seiner Rolle in Walt Disneys Pocahontas, sich einfach etwas aus der Oeffentlichkeit zurueckgezogen hat. Aber das ist bloss eine Therorie.

Wie man an meinen Berichten vielleicht sieht, komme ich viel rum. Nun gibt es hier auch viel zu tun und die Zeit ist knapp. Umberto Eco hat mal gesagt „Für mich ist Toronto die Stadt, in der man zu Fuß gehen sollte.“ Und das stimmt. Hier gibt es einfach so viel zu sehen was man sonst beim schnellen Vorbeifahren uebersehen wuerde. Was er allerdings vergessen hat zu sagen, ist dass man Wanderstiefel mitbringen sollte (die ich natuerlich nicht dabei habe).
Soviel gelaufen wie hier, bin ich wohl in den letzten Jahren nicht. Wahrscheinlich war in den letzten 2 Wochen kaum ein Tag an dem ich unter 3-4 Kilometer gelaufen bin, dafuer an anderen ein vielfaches davon... fuer manch einen mag das vielleicht wenig klingen, aber fuer einen Staedter ist das schon viel. Die Leute hier laufen sowieso fast gar nicht. Zumindestens sind die Gehwege meistens leer, die Busse und Bahnen dafuer um so mehr.

Und da mir nach so vielem Laufen auch mal die Fuesse schwer wurden und es mittlerweile Sonntag war, ging (!) ich hier in die Kirche. Wie ich zuvor gesehen habe ist etwa 15 Gehminuten von meinem "Zuhause" entfernt die "Bethany Baptist Church", die mein Ziel werden sollte. Schon bevor ich da war, fand ich gut, dass der Gottesdienst hier erst um 11 Uhr anfaengt. Das kam mir entgegegen.
Apropos entgegen: Nachdem ich also losging und lief und lief und lief und lief stellte ich fest, dass ich dies in die falsche Richtung tat. Mittlerweile war es dann 10.50 und ich lief zurueck um dann in die richtige Richtung meinen Weg fortzusetzen.

Mit ca. 15 Minuten Verspaetung (einer mir durchaus vertrauten Zeit) kam ich also an und wurde schon draussen von einem netten, dunkelhaeutigen Herrn (darf man das so sagen?) begruesst. So ist das: Die Spaetkommer sind eine in sich verschworene und verstehende Gemeinschaft die meist zusammenhaelt. Zumindestens solange es nicht um die letzten freien Plaetze oder das letzte Stueck Kuchen geht.


Hier gab es jedoch keinen Kuchen und es waren auch noch genuegend Plaetze frei. Wie nicht anders zu erwarten hatte der Gottesdienst schon begonnen. Vorne stand ein kleiner 10-Frau-Chor, dessen Durchschnittsalter ich auf ca. 60 schaetzen wuerde. Zudem standen noch ein paar Frauen vorne die mitsangen und im Gegensatz zu dem Chor manchmal auch die Melodie trafen. Begleitet wurde das ganze von Klavier und Schlagzeug. Also in diesem (letzten) Punkt sehr aehnlich dem Gottesdienst in den ich normalerweise gehe. Nur, dass der Alex hier schwarz ist.
Anschliessend wurde eine Kollekte eingesammelt.
Der Pastor predigte danach sehr gut ueber 1. Mose (Genesis), 32, 23-33. Ich war erstaunt wie viel ich verstand und das ich der Predigt inhaltlich folgen konnte. Ich hatte mich naemlich bereist auf eine grosse Sprachverwirrung eingestellt wie einst in Babel (und manchmal auf noch heute...), die aber gluecklicherweise ausblieb.
In diesem Text kaempft ein Engel gegen Jakob (oder andersherum) bis Jakob um Gottes Segen bittet und ihn dann auch erhaelt.
Zentrale Fragen in der Predigt waren, wann man das letzte mal um etwas mit Gott wirklich gerungen hat und wie wichtig einem dabei Gottes Meinung und dessen Segen ist.

Nach der Predigt gab es ein Abendmahl und es gab noch eine Kollekte. Wenn ich das richtig verstanden habe, diesmal wohl fuer einen anderen Zweck. Allerdings habe ich nicht verstanden fuer welchen.

Was fuer das deutsche Auge etwas befremdlich wirkte war ein aufgebauter Soldatenhelm und der Spruch "Lest we forget" ("Damit wir nicht vergessen") vor dem Altar.
Am 11. November ist (bzw. war) hier naemlich der Remembrance Day (Tag der Erinnerung an das Ende des 1 .Weltkrieges, also vergleichbarer Anlass wie unser Volkstrauertag - jedoch eine patriotischere Herangehensweise) und daher laufen hier nicht nur (fast) alle Leute mit angesteckten (Plastik-)Mohnblumen rum, sondern eben auch im Gottesdienst wird an die Soldaten gedacht, die ihr Leben fuer die Freiheit Kanadas gegeben haben. Fuer Deutsche wirkt das etwas fremd und ungewohnt. Doch hier wird auf grossen Plakaten und in Werbekampagnen darauf aufmerksam gemacht.

Apropos Feiertag: Am 31.10. war hier Halloween (aber kein Feiertag). In den Tagen zuvor haben viele Leute ihre Haeuser mit Grabsteinen, Skeletten, leuchtenden Masken, Spinnweben und natuerlich Kuerbissen "geschmueckt". Da hab ich als begeisterter (...nicht wirklich) Freund des Halloween-Festes schon mit dem schlimmsten gerechnet und war erfreut, als ich am 31.10. eigentlich gar nichts davon mitbekommen habe. Nur 2 Katzenfrauen begegnete ich in der Bahn und eine Gruppe von Vampirfrauen nahm ich erst wahr, als ich sah, dass sie sich nicht im Fenster spiegelten.

Ich hatte den Eindruck, dass in Deutschland mittlerweile dieses Fest mehr gefeiert wird als hier. Aber moeglicherweise ist das ja auch regional unterschiedlich. Dabei ueberkommt mich der Gedanke, dass heute in Deutschland zwar um jeden Feiertag gefeilscht wird, aber nur der freien Zeit wegen und das Gedenken an den eigentlichen Anlass, fuer den oft Menschen gelitten haben oder gar gestorben sind, weit mehr als nur in den Hintergrund geraet... Weshalb sollten uns "sinnfreie" Feiertage gewaehrt werden? Waere es nicht an der Zeit nach dem "warum" zu fragen? Dann wuerden die Feiertage in unseren Koepfen wieder ihre Daseinsberechtigung und mehr Sinnhaftigkeit zurueckgewinnen und wir muessten nicht in fremden Traditionen vergeblich danach suchen.

Genug der vielen Fragen. Es gibt ja noch so viele Ereignisse die berichten muesste. Und wieder bin ich an dem Punkt, dass ich noch ganz viel schreiben koennte, aber ich muss ja noch so viel erleben und habe nur noch eine Woche Zeit.

So zum Beispiel, dass zu meiner Uebrraschung im Fernsehen der Film "Der Untergang" (hier: "Downfall") lief, dass es hier Werthers Echte gibt (dafuer hab ich sogar schon Fernsehwerbung gesehen) und dass neben der "German Sausage" bei den Hot Dog Staenden auch noch das Modell "Oktoberfest" angeboten wird. Auf Rueckfrage um welche Wurst es sich beim "Oktoberfest" handelt: Schwein mit Kalb. Ist das auf dem Oktoberfest "Die Wurst der Wuerste"? Gibts irgendeinen Kenner des Oktoberfestes der dazu Stellung nehmen moechte? (Tom?)

Bei soviel Deutschland fuehlt man sich fast wie zu Hause. Bis ich aber wirklich wieder da bin, werde ich mich weiterhin ausgewogen mit Hamburgern von verschiedenen Anbieteren, Hot Dogs und Pizza (mit viel Kaese) ernaehren...

Zwischendurch habe ich ja noch Schule, muss Hausaufgaben machen und frage mich wie das mit dem Past Progressive funktioniert (fuer was braucht man soviele Zeiten in der Grammatik?)... ausserdem muss ich mich in englischer Konversation ueben und kanadisches Bier testen.

Wie ich mich jetzt auch noch kulturell weitergebildet habe, ob ich doch nochmal aus Toronto rausgekommen bin, von Orten wo es auch von unten regnet und vieles mehr, erfahrt ihr dann in meinem naechsten Bericht...

Dienstag, November 07, 2006

Todesmutig in der neuen Welt

Nachdem der erste Anlauf dies hier zu schreiben aufgrund des kurzzeitigen Strommangels gescheitert ist, starte ich also meinen zweiten Anlauf mit der Zusammenfassung der letzten Tage. Da ich festgestellt habe, dass eine taegliche Berichterstattung weder mir noch dem Leser zuzumuten ist (wobei der erste Aspekt fuer mich wesentlicher erscheint...) werde ich also keine taeglichen Berichte mehr liefern (was mir ja ohnehin bisher nicht gelungen ist).
Da in meiner Reise die Kosten fuer das Mittagessen nicht inbegriffen sind, muss ich mich am Tage selbst versorgen. Was liegt da in Nordamerika naeher als Fastfood?

Um die kanadische Wirtschaft etwas anzukurbeln, war ich daher auch mal kanadisch essen...


Geschmacklich ist "Harveys" zwar etwas anders (ob besser oder schlechter wage ich nicht zu beurteilen) als die grossen US-amerikanischen Konkurrenten, aber eine Reise ist es sicher nicht wert. Wobei sich ueber den Geschmack von McDonalds und Burger King ja auch die Gelehrten streiten... Der Unterschied liegt vielmehr in der Zubereitung! Der Burger wird naemlich direkt vor den Augen des Kunden auf einem Grill gebraten und auf Wunsch zusammengestellt. So kann man bei jedem Bestandteil frei waehlen, ob man beispielsweise die Gurke (gell, Joerg) oder die Tomate nicht oder gerade doch haben will...

Das geht aber so schnell, dass die Wartezeiten noch akzeptabel sind, was moeglicherweise saisonale Gruende hat... Keine Ahnung. Ich musste auf jeden Fall bisher nie lange warten (was den durchaus berechtigten Schluss zulaesst, dass ich zwischenzeitlich noch mal da war...)

Am einem Abend der letzten Woche, nach einem ausgiebigen Orientierungslauf durch die Strassenschluchten von Toronto, habe ich mich dann doch hinreissen lassen ein Kino aufzusuchen.


Das Paramount, ein Kinokomplex wie man ihn mittlerweile ja auch in Deutschland immer mehr findet, hat mir also die Pforten geoeffnet. Fuer 12 CAD hab ich mir das auch verdient (ich glaube, hier waren die Steuern inbegriffen... kann mir mal einer erklaeren, nach welchem Prinzip Steuern extra ausgewiesen werden und wann nicht???)
Auch wenn ich von diesem Kino nicht auf andere schliessen kann, erscheinen mir die deutschen Kinos doch kompfortabler. Das faengt bei den Sitzen an, geht ueber die Teppiche und endet bei den hier nicht vorhandenen Platzreservierungen. Vielleicht probiere ich nochmal ein anderes aus...

Fuer meinen ersten Kinoabend habe ich mir "Man of the year" ausgesucht. Dieser neue Robin Williams Film war allerdings nach nur einer knappen Wochen Sprachkurs auessert schwierig zu verstehen... aber ich glaube, er war witzig (die anderen Besucher haben zumindestens gelacht...). Man hat mir mittlerweile erklaert, dass Robin Williams einfach zu viel Slang hat... Auf jeden Fall sah der Film schoen aus und war bunt. Vielleicht habe ich ja mal die Gelegenheit um ihn mir nochmals nach meiner Rueckkehr anzuschauen. Da aber in Deutschland (meines Wissens nach) jedoch noch kein Kino-Starttermin feststeht, kann das also gegebenenfalls noch dauern. Mich hat hat er etwas an den Film "Dave" erinnert. Daher denke ich, wer den Film "Dave" mit Kevin Kline mochte, wird auch an diesem Film hier seinen gefallen finden. Zudem ist Robin Williams in fast allen seinen Filmen sehenswert. Ein lustiger Film, der neben seiner durchaus vorhandenen Kurzweiligkeit, auch einigen Stoff zum Gruebeln, sowie Dramatik mit sich bringt. Themen wie "Politikverdrossenheit", "Macht der Medien" und "Courage" stehen nicht nur im Hintergrund.

Auf der Internetseite www.ofdb.de habe ich folgende (kurze) Inhaltsangebabe gefunden:
"Tom Dobbs (Robin Williams) ist ein Late-Night-Comedian, der allnächtlich einer frustrierten Nation aus der Seele spricht, indem er die augenblickliche Regierung durch den Kakao zieht.
Als besonders kurios empfindet er die Idee, selbst bei der Wahl für den nächsten US-Präsidenten anzutreten. Er selbst nimmt die Sache nicht ernst, aber das Volk fängt Feuer für die Idee und am Wahltag findet sich Dobbs plötzlich auf dem Weg ins Weiße Haus wieder.
Doch hier gerät er nicht nur zwischen die Interessengruppen, er muß auch erfahren, daß ein Computerfehler für seinen Sieg verantwortlich ist. Dobbs muß Stellung beziehen..."

Da ich ja nun Fachmann im "Nach-Kinos-fragen" und im "Film-Nichtverstehen" war, ueberkam mich der Gedanke, ich muss mehr reden. Da dies alleine aber nicht besonders unterhaltsam, etwas einseitig und auch nicht besonders zielfuehrend ist, musste ich mir einen anderen Ort dafuer suchen. Auf der Strasse ist das ebenfalls gar nicht so einfach, wenn man mehr als nur "Wo ist dies", "Wo ist jenes" erfragen moechte.
Auf Empfehlung meiner Klasse, die ja bekanntermassen nur aus der Lehrerin und einer Kolumbianerin besteht, suchte ich ein Hostel in der Innenstadt auf.


Diesem Hostel (eine Art Jugendherberge fuer Rucksacktouristen) ist eine Kneipe angegliedert und hier, so sagte man mir, waeren stets Leute auf der Durchreise die ebenfalls niemanden kennen. Also gut, dachte ich mir, gehe ich mal dahin! Zwar ist der Slogan des Hostels (das ueberwiegend Mehrbettzimmer anbietet) "Life's Too Short to Sleep Alone!" zwar sehr zweideutig, aber er verspricht eine gewisse Offenheit unter dem Publikum.

Dort angekommen bestellte ich also eine Heineken-Bier (versprochen: danach nur noch amerikanisches Bier!) und der Barkeeper fragte mich, warum ich ihn "Heini" nennen wuerde (auf englisch). Dies lies sich jedoch schnell klarstellen und ich bekam das Bier.

Der Raum war etwa halb gefuellt, ich fuehlte mich schon als einer der Aeltesten (na, ich bin ja auch schon fast 30) und auf einer Leinwand lief ein Eishockeyspiel.

Da stand ich nun alleine mit meinem Bier, aber keiner sprach mich an. Was hatte ich anderes erwartet? Ich ergriff daher die Initative und setzte mich auf ein Sofa zu irgendwelchen Leuten. Das Ergebnis war, dass ich den kompletten Rest des Eishockeyspiels ansah, aber immer noch mit keinem sprach. Und mein Bier war auch leer.

So einsam wie ich jetzt noch immer war, bestellte ich also ein weiteres Bier. Diesmal kein Heineken, sondern ein Budweiser (versprochen: danach nur noch kanadisches Bier). Es sind uebrigens kleine Biere hier!

Und da ich ja nicht lange so allein leben wollte, dachte ich mir ich leite in der "Raucherecke" (dem Innenhof des Hostels, denn rauchen ist in allen oeffentlichen Einrichtungen verboten) eine lebensverkuerzende Massnahme ein.
Kaum stand ich draussen, kam ich auch auch schon ins Gespraech mit einer Muenchenerin... aber ich wollte doch englisch reden und nicht noch eine zusaetzliche Fremdsprache lernen! Also suchte ich das Weite und fand sogleich das naechste Gespraech.

Man koennte fast meinen: "Raucher sterben vielleicht frueher, aber dafuer nicht alleine". Der Vollstaendigkeit halber sei jedoch erwaehnt, dass dies natuerlich in keinster Weise zum rauchen auffordern soll. Denn auch auf den hiesigen Zigarettenschachteln stehen entsprechende Warnhinweise zur Schaedlichkeit und dem Suchtpotential von Nikotin. Auch auf grossen Werbeflaechen in den Subways werden Hilfestellungen gegeben, die einen dazu bewegen sollen, mit dem Rauchen aufzuhoeren.

Zurueck zum Abend: Ein Schotte und ein Australier unterhielten sich ueber Fussball, Bier und die gemeinsame Abneigung gegenueber Englaendern. Frankfurt hat eine gute Fussballmanschaft, meinte der Schotte. Das sich dies schon bis ins Vereinigte Koenigreich rumgesprochen hat erfreute mich. Schliesslich gibt es noch immer Deutsche die da anderer Auffasung sind. Die Themen sind zwar nicht meine Spezialgebiete, aber ich redete einfach mal mit. Als dann noch ein "ungeliebter Englaender" hinzustiess, reduzierte man das Gespraech einfach um ein Thema und sprach weiter. Es kamen noch ein Belgier, eine Franzoesin, ein Portguiese, eine Kanadierin usw. zusammen. Es war ein bunter, netter und gespraechiger Abend.
Allerdings wurde es auf die Dauer dann doch sehr spaet und zu kalt dort draussen (spaet wurde es auch drinnen), so dass ich irgendwann beschloss mit Bus und Streetcar meinen Heimweg anzutreten.

Denn am naechsten Tag musste ich ja wieder zur Schule und da beschaeftigen wir uns mit Gegenwaertigem und Vergangenen. Die Zukunft kommt dagegen noch (das liegt wohl an der Sache).

Und wenn man sich schon ueber die vergangenen, gegenwaertigen und zukuenftigen Zeiten als auch ueber das schon bald anstehende Weihnachtsfest Gedanken macht (hat schon einer angefangen Geschenke zu besorgen?), besorgte ich mir mal das Buch "Charles Dickens' A chrismal carol" (Die Weihnachtsgeschichte) und stellte fest, dass der Herr Dickens ueber einen enormen Wortschatz verfuegt haben musste. Auf jeden Fall einen groesseren als ich: Was dazu fuehrt, dass ich mehr den Langenscheidt, als den Roman lese. Aber das nur nebenbei.

Schliesslich bin ich nicht nur Schueler hier, sondern auch Tourist und habe daher so einigen Pflichten nachzukommen.

























So zum Beispiel der rund 554 Meter hohe CN-Tower (rechtes Bild): Das hoechste (ich finde viel zu hoch) freistehende Gebaeude der Welt musste erklommen werden. Natuerlich gegen Eintritt, was sonst. Eigentlich ist das fast das gleiche wie der Ginnheimer Spargel (linkes Bild) in Frankfurt, der ja wenigstens das zweithoechste Gebaeude Deutschlands ist, nur halt nochmal ca. 200 Meter hoeher. Glasaufzuege bin ich gluecklicherweise schon von meinem Arbeitgeber gewohnt, aber das hier war noch ein paar Meter hoeher als der Commerzbankturm. Aus rund 346 Metern Hoehe laesst sich auf Toronto, das Umland und den Ontariosee herunterblicken. Und wenn man sich erstmal davon ueberzeugt hat, dass der Turm auch wirklich haelt, laesst sich der Ausblick sogar geniessen.

Mit einem weiterem (erneut kostenpflichtigen) Aufzug laesst der Genuss in einer Hoehe 447 Metern jedoch schnell nach. Denn dort gibt es einen betretbaren Glasboden, der einen ungehindert in die Tiefe blicken laesst. Das ist das Geld zwar nicht unbedingt wert, aber wenn man erstmal davor steht, ueberlegt man sich allerdings was einem das eigene Leben wert ist.
Und nach 10 Minuten (mir kam es vor wie 10 Stunden), begab ich mich dann auch todesmutig auf die Glasflaeche. Konfrontationstherapie sagt mal wohl dazu. Und siehe da: Der hier vorliegende Bericht bestaetigt wider aller Befuerchtung, die Stabilitaet des Bauwerkes.

Noch mehr gaebe es zu berichten, aber das wird wohl erst im naechsten Bericht drinnen stehen!

Abschliessend nochmal Danke an alle Menschen die SMS, Mails und Blogkommentare aus der Heimat an mich hinterlassen. Meine Handymailbox dagegen kann ich leider nicht abrufen (also hinterlasst mir bitte dort keine Nachrichten).

Was fuer wilden Tieren ich schon begegnet bin, was es noch so zu essen gab, ob ich noch mehr Menschen begegnet bin und vieles mehr erfahrt in meinem naechsten Eintrag...

Montag, November 06, 2006

Kurzschluss in der neuen Welt

Gerade war er fertig: Der neue Blogeintrag aus der neuen Welt. Doch leider kam mir ein Kurzschluss in die Quere. Nun ist mein Eintrag futsch, meine Zeit auch!

Ein Lebenszeichen in das alte Europa gibts trotzdem.



Und wenn ich schon hier einen ziemlich inhaltsfreien Blogeintrag hinterlasse, probiere ich dann doch mal den Tipp mit den Sonderzeichen aus:

Ü = ALT + 0220
ü = ALT + 0252
Ä = ALT + 0196
ä = ALT + 0228
Ö = ALT + 0214
ö = ALT + 0246
ß = ALT + 0223

Ü ü Ä ä Ö ö ß, siehe da: Es funktioniert :-) Aber es ist doch leider irgendwie kompliziert... und daher belasse ich es erstmal bei Ue ue Ae ae Oe oe und ss!
Danke trotzdem, lieber Blog-Kollege!

Freitag, November 03, 2006

Rhythmische Probleme in der neuen Welt

Was ich in meiner letzten Nachricht schon befuerchtet habe, hat sich nun (nach nochmaligen Nachdenken) bewahrheitet – ich habe die Tage durcheinander gebracht. Ausserdem ein paar Worte… (wie der aufmerksame Leser vielleicht schon bemerkt hat)

Daher folgt nun eine Gegendarstellung: Am ersten Tag war die Kinosuche naemlich eher eine Nebensache. Vielmehr habe ich den spaeten Nachmittag und den Abend im Einkaufszentrum verbracht und heute den Schwerpunkt auf die bereits beschriebene Kinosuche gelegt.

Am Dienstag, also meinem 2. Schultag haben wir ueber Zeiten gesprochen. Nicht ueber die guten, alten, sondern vielmehr ueber die Vergangenheit im Allgemeinen: Das (oder die?) Simple Past und das Past Perfect. Die einfache und die vollendete Gegenwart. Nun, mich erinnert das dunkel an meine Schulzeit. Also doch die gute, alte Zeit!?

Nach der Schule wollte ich ins Kino, denn Dienstags ist hier Kinotag. Also alles etwas preiswerter. Auf der Suche nach einem Kino (…siehe letzter Bericht)…

Und in diesem Zusammenhang konnte ich auch gleich noch ein bisschen die Innenstadt Torontos (kann man auch Toronto’er Innenstadt sagen?) besichtigen. Ich habe schon das Gefuehl, dass ich mich ganz gut zurecht finde.

Zwischendurch ueberkam mich der Hunger und ich begab mich zu einer der unzaehligen Hot-Dog-Staende. Sehr ueberrascht war ich, dass es verschiedene Wuerste zur Auswahl gab, was ich von deutschen Hot-Dogs nicht kenne. Noch ueberraschter war ich allerdings, dass eine “german sausage” (“Deutsche Wurst”) auf der Karte stand. Obwohl dies die teuerste angebotene Hot-Dog-Variante war (3,50 CAD) habe ich mich aus Neugier dafuer entschieden. Eine gegrillte grobe Rindswurst erwartete mich und bekam mir gut. Auch wenn ich mich zwischendurch eingesenft habe...

Um wieder zum Kino zuruckzukommen: Ich fand keinen Film, der meinen Interessen und meinen sprachlichen Faehigkeiten entsprach und lies es daher doch lieber bleiben.

Wieder “zu Hause” angekommen, erwartete mich mein “supper” (=Abendessen). Eigentlich das gleiche wie gestern. Ich vermute jetzt, was fuer ein Gewuerz die (un-)heimliche Leidenschaft meiner Frau Wilson ist: Soja!

Man kann es essen, es macht satt und hat damit sein Ziel erfuellt. Was will man mehr?

Hmmm… jetzt gehen mir doch schon die Themen aus. Aber ich glaube, ich bin jetzt wieder im Rhytmus und schreibe gleich noch was…

Also, wenn Ihr wissen wollt, was ich doch noch gefunden habe, dann muesst Ihr wohl noch weiterlesen…

Und zum Abschluss, da ich gestern ja keine Bilder veroeffentlichen konnte, noch ein Bild vom Eaton-Centre ("meinem Einkaufszentrum"):

Donnerstag, November 02, 2006

Mein erster Tag in der neuen Welt

Die Zeit vergeht irgendwie schnell. Selbst der Unterricht vergeht wie im Flug. Das hat in der Schule frueher merwuerdigerweise nie funktioniert...

Eigentlich wollte ich ja schon frueher weitermachen. Aber man kommt hier ja zu gar nichts :-) Daher denke ich mal, dass ich auch heute nicht wirklich zum Ende komme. Zudem habe ich das Problem, dass ich schon jetzt alle Tage in einen Topf werfe und es nun nicht mehr so richtig hinbekomme, die Einzelteile wieder in der richtigen Reihenfolge zusammenzusetzen. Ich versuche es trotzdem.

Also, am Montag war meine Einschulung. Ganz ohne Schultuete, Suessigkeiten usw. Manch einer mag es ja kaum glauben, aber ich war puenktlich. Was wohl weniger an mir lag, sondern mehr an den guten Verbindungen des oeffentlichen Nahverkehrs.

Um 9.30 haette ich da sein sollen, um 8.30 war ich schon da. Und sonst niemand. Da stand ich nun vor verschlossener Tuer und suchte mit das naechste Kaffee (hier sagt man, glaub ich "Coffee-Store". Aber das lerne ich bestimmt noch...) und bestellte einen viel zu teuren Cappuccino und ein Mammutcroissant fuer nur einen Dollar, was mir wiederum guenstig erschien. Plus Steuern (also doch teuer).

Das ist etwas an das man sich erstmal gewoehnen muss. In aller Regel stehen hier die Preise naemlich ohne Steuern, was fuer mich jedes mal aufs Neue verwirrt. Vor allem, wenn man sich vorher muehselig mit den fremdlaendischen Muenzen auseinandergesetzt, sich diese abgezaehlt zurechtgelegt hat und dann einen ganz anderen Preis genannt bekommt...

Ich bin immer noch staendig geschockt, ueber die Rechnung die Kaffee-, Fastfood-, Getraenke-,usw.-Einkauefe mit sich bringen.

Nun denn. Bald begann auch schon ein Einstufungstest. 60 Fragen mit allem moeglichen Zeug. Lueckentext, Fehlertexte etc. Das Ergebniss war aber besser als erwartet (vielleicht haben die mich auch noch vera....) und ich wurde als Fortgeschrittener eingestuft. Es waere eine gewisse Genugtung, wenn mein frueherer Englischlehrer davon Kenntnis naehme!

Zusammen mit einer (!) Sprachschuelerin aus Bolivien (oder Kolumbien? hmm... auf jeden Fall Suedamerika) bin ich in einer Klasse. Ab Vormittags. Davor habe ich Einzelunterricht. Das fuehrt zwar zu einem intensiveren Unterricht, aber macht es nicht einfacher hier Leute kennen zu lernen.

Um diesem Mangel an ausserschulischer Konversation entgegenzusteuern, habe ich angefangen zu lernen Eingeborene (...ist das politisch korrekt?) nach dem naechstgelegenen Kino zu fragen. Zugegebenermassen ist dies auf die Dauer etwas einsilbig, aber aber besser als gar nicht reden.
Am Anfang schauten mich die Leute etwas merkwuerdig an, als ich nach einem "cinema" fragte, aber nun weiss ich, dass man hier "movie-theater" sagt. Wie man an diesem kleinen Fallbeispiel erkennt, lerne ich taeglich dazu. Ausserdem kenne ich nun schon 6 Kinos in Toronto (von aussen).

Allerdings laueft nirgends etwas, was ich gerne sehen wuerde bzw. wo mir die Handlung nicht zu dialoglastig erscheint.

Aber dafuer habe ich also die Stadt per Fuss, sowie mit dem/der "subway" (U-Bahn), dem/der "streetcar" (Strassenbahn) und dem/der "bus" (Bus) erkundet. Die Wochenkarte fuer das komplette Stadtgebiet Toronto kostet hier 30 kanadische Dollar (wird das CAD abgekuerzt?). Das sind knapp ueber 20 EUR (+/-). Und Wartezeiten sind in der Hauptzeit doch eher selten. Fahrplaene gibts aber nicht (zumindestens hab ich bisher keine gefunden), dafuer fahren die Fahrzeuge aber so haeufig, dass es gar nicht notwendig ist.

Auf meiner Suche nach einem Kino bin ich dann auf ein Einkaufszentrum gestossen. Das "Eaton Centre"! So eine Art Nordwestzentrum (fuer Menschen aus Frankfurt ein Begriff), nur groesser, laenger, breiter... ich schaetze mal 350 Meter Lang auf 3 Etagen verteilt. Mc Donalds gibts hier auch, den ich natuerlich gleich mal testen musste.

Fazit des Quarterpounder with Cheese-Tests: Eine Reise ist er nicht wert. Eigentlich schmeckt er ziemlich genauso wie unser Royal TS (mit Kaese). Also gut... den kann man also auch im Nordwestzentrum haben.

Was die Preise betrifft (und damit meine ich nicht nur Mc Do) bin ich mir noch nicht so ganz sicher, was guenstiger ist: Deutschland oder Kanada. Ich glaube in etwa sind die Preise gleich (ausser bei Zigaretten), aber ich laufe ja nicht staendig mit einer Waehrungstabelle rum. Ich bin ja froh, dass ich nicht (...) rauche. Denn hier kostet ein Paeckchen ca. 10 CAD, was auch beim noch so vielen hin-und herrechnen ein sehr teures Vergnuegen darstellt (ca. 7 EUR).

Was ich allerdings gefunden habe (fuer gar nicht so viel Geld) war ein Adapter fuer mein Handyladekabel. In dem einen Laden sollte es 10 CAD kosten (dafuer haette ich mir auch ein Paeckchen Zigaretten kaufen koennen) und in einem Ramschladen um die Ecke nur 3 CAD. Die Entscheidung fiel nicht schwer und das Handy freute sich auf eine frische Ladung kanadischen Stroms.

Was die naechsten Tage noch so mit sich brachten, ob ich doch noch ins Kino gegangen bin und was ich Interessantes zu essen gefunden habe, koennt ihr demnachst hier lesen... (irgendwie habe ich das Gefuehl jede Menge Dinge vergessen zu haben)

P.S. Wieso kann ich heute keine Bilder veroeffentlichen? Liebe Mitblogger, bitte schreibt mir was ich falsch mache!