Meine Ankunft in der neuen Welt
Herzlich willkommen in meinem Blog - direkt aus Kanada...
Das erste mal bin ich in Kanada und gleich an einer Tastatur, bei der die Tasten (vermeintlich) falsch sitzen. Andere werde ich hier wohl kaum finden.
Traenen, Schweiss und Blut. So, oder so aehnlich war der Abschied in Frankfurt. So sehr man sich auch auf die Reise freut, so bleibt doch immer ein bisschen Heimat und Vertrautes hinter einem. Auch wenn die Reisedauer absehbar ist (3 Wochen), so ist es doch ein Abschied auf Zeit. Und wie sagt schon der Volksmund "Scheiden tut weh". Fuer beide Seiten.
Als dann der Abschied an der Passkontrolle vollzogen war befand ich mich sofort in der naechsten Schlange fuer die Personen- und Handgepaeckkontrolle. Nach 20 Minuten war ich endlich durch, mein Handyladdekabel und mein Kopfhoerer jedoch erstmal nicht. Scheinbar sahen sie aufgrund ihrer schwarzen Farbe terrorverdaechtig aus und wurden gleich mittels eines Schwangersschaftsstreifen (oder etwas in der Art) auf Sprengstoff untersucht. Und das obwohl weder ich, noch die Kabel Turbane trugen... Sie kamen dann doch noch durch und ich auch.
Ein amerikanischer "Mister" vor mir hatte nicht so viel Glueck. Denn er hatte eine scheinbar terrorverdaechtige Flasche dabei, die es nicht geschafft hat. Aber bevor er weiter ging, durfte er noch einen grossen Schluck davon nehmen "Guuder deutscher Schnaps!".
Jetzt wurden die Passagiere meines Fluges aufgerufen und ich begann mich zu beeilen. Kleidungsmassig schon auf Kanada eingestellt, begann der zweite Teil von "Traenen, Schweiss und Blut". Jetzt konnte ich mich ganz auf den Schweiss konzentrieren. Nach grosser Hektik wurde ich dann aber bald vor der naechsten Personenkontrolle durch eine lange Schlange gebremst.
Ein Amerikaner hinter mir amuesierte und wunderte sich ueber die strengen Kontrollen, die so nicht mal in den USA ueblich seien. Alle Fluggaeste mussten die Schuhe ausziehen und wurden von Kopf bis Fusssohle mit einem Metalldedektor abgesucht. Aber auch dass habe ich geschafft.
Endlich im Flugzeug angekommen fing dann die Boardtoilette an zu blinken und zu piepsen. Nachdem sich nach und nach das (wahrscheinlich) komplette Boardpersonal in und um den normalerweise sehr einsamen Ort abwechselnd versammelte, konnten nach ca. 45 Minuten die Warnsignale abgeschaltet und das Flugzeug gestartet werden.
Dann verlief der Flug dann aber doch gut und waehrend (ich vermisse das "ä" auf der Tastatur...) ich in ueber 10.000 Metern den Atlantik ueberflog, konnte ich mein angehauftes Filmdefizit mal wieder stillen. Das Angebot war reichhaltig... So kann ich nun einge Filme bewerten.
Es folgt nun ein kurzer Block mit Filmkritiken (fuer uninteressierte bitte den Absatz ueberspringen):
Angefangen mit "Die Unglaublichen" von Walt Disney. Ein witziger Animationsfilm, fuer die grossen Kleinen und die kleingebliebenen Grossen (noch so ein Buchstabe den ich vermisse ist das "sz"). Teilweise etwas harte Action (zumindestens fuer 6 jaehrige, daher m.E. nicht so fuer die ganz Kleinen geeignet)
http://www.kinopolis.de/filme/filminfo.dhtml?filmoid=19235
Der zweite Film "Das Haus am See" mit dem Speed-Traumpaar Sandra Bullock und Keanu Reeves lief noch kuerzlich bei uns im Kino. Und es hat mich in keinster Weise geaergert ihn dort verpasst zu haben. Eine an und fuer sich interessante Geschichte, die sicherlich einen guten Film hergeben haette koennen. Aber nunmal nicht hat... Seicht, schmalzig und flach - hier kann ich (wen es interessiert) keine Empfehlung aussprechen!
http://www.kinopolis.de/filme/filminfo.dhtml?filmoid=23607
Wiederum unterhaltsam ist der Film "Klick" der ebenfalls erst kuerzlich in den deutschen Kinos lief (oder noch laeuft!?). Teilweise ebenso etwas flach (was bei Adam Sandler wohl auch kaum anders zu erwarten ist), aber dabei doch noch witzig... und dank David Hasselhoff (der seinen besten Job seit Baywatch und Knight Rider macht) auch eine nette Abendunterhaltung bei der man sich (wenn man denn will) auch gut und gerne tiefergehende Gespraeche ueber den Sinn des Lebens vorstellen kann...
http://www.kinopolis.de/filme/filminfo.dhtml?filmoid=23223
Genauere (dennoch kurze) Filmbeschreibungen findet ihr unter den angegeben Links.
Und der Teil mir der Filmkritik ist nun vorbei! Reisedetails folgen...
Waehrend ich mich also multimedial ueber den Wolken unterhalten liess (die Filme konnte man gluecklicherweise noch in der deutschen Synchronfassung sehen), genoss ich auch immer wieder den Blick auf die Erde von oben (http://www.yannarthusbertrand.com). Was mich normalerweise zwar eher langweilt, war hier dann doch zeitweise sehr faszinierend.
Die Blicke auf Island lassen sich leider nicht wirklich in ihrem ganzen Ausmass auf einem Bild festhalten, aber brennen sie sich jedoch ins Gedaechniss.

Unendlich karge Felslandschaften, die in riesige Eisdecken eingehuellt und von tiefblauen Seeen durchfurcht, sich in scheinbar grenzenlosen Weiten erstrecken. So weit man sah, war keine Menschensiedlung erkennen. Natur pur. Ein majestaetischer Ausblick und sicher mal eine eigene Reise wert... wobei mir eine solche Reise bei genauerem Nachdenken auf die Dauer doch etwas einsam erscheint. Aber wer denkt schon an so profanes, wenn man so eine Aussicht hat?!
Mindestens genauso einsam, aber nicht weniger beeindruckend war dann der Flug ueber die Auslaeufer von Groenland. Ganz aehnlich, nur noch viel eisiger als Island erstreckte sich das (hoffentlich) ewige Eis unter uns. Es faellt schwer das Bild zu beschreiben, aber wer es schonmal gesehen hat, weiss wahrscheinlich was ich meine.
Nach etwa 10 Stunden Mittag (ein scheinbar unendlicher Tag...) ueberflogen wir dann Kanada, wovon aber aufgrund geschlossener Wolkendecke wenig zu erkennen war. Aber auch die Wolkendecke war so dermassen dicht und gigantisch, dass es auch hier schwer fiel sich dem Ausblick zu verweigern. Wie ein Gebirge, das zeitweise auch an ein schockgefrorenes, schneeweisses Meer aus Wattebergen erinnert, lag es unter uns (so skurill die Beschreibung auch klingen mag, so sah es tatsaechlich aus!).

Nach und nach riss die Wolkendecke auf und lies den Blick auf die unter uns liegenende Seeenlandschaft zu.
Auf den Bildschirmen zeigte sich, dass wir bereits an Hoehe verloren und wir dem US-amreikansichen Boden naeherkamen. Der Flughafen in Detroit wurde angepeilt und getroffen... glueklicherweise dabei nicht zerstoert :-) (trotz meines mitgefuehrten terrorverdaechtigen Handykabels).
Die Gegend rund um Detroit sieht doch sehr laendlich aus. Dabei dachte ich immer, das Detroit eine Grossstadt sei. Hmmm. Soweit das Auge reichte klar geliederte Agrarflaechen, von einer Grossstadt dagegen weit und breit nichts zu sehen. Da ich aber soeben nochmal auf Wikipedia (http://www.wikipedia.de), der Internet-Enzyklopaedie, recherchiert habe, gehe ich nun davon aus, dass der Flughafen etwas ausserhalb liegt und Detroit so gross sein muss, dass man es vom Flughafen nicht sehen kann...?!
http://de.wikipedia.org/wiki/Detroit Diese Information ist fuer diesen Bericht aber auch eher von untergeordneter Bedeutung!
Weitere Personenkontrollen folgten. Wieder Schuhe aus, Rucksack durch eine Roentgenmaschine und ich wurde diemal (so wie alle anderen "Weiterflug-Passagiere") durch eine merkwuerdige Gas-Puste-Desinfektions-oder-sonstwas-Maschine durchgeschleust. Kurz stehenbleiben, dann pustet es aus den Seiten und irgendwas stroehmt aus... Man hat als Deutscher zwangsweise Assoziaationen die hier nicht weiter ausgefuehrt werden wollen. Ich kam aber durch und mein Ladekabel im uebrigen auch!
Von Detroit ging es dann nach etwa 1,5 Stunden mit einer kleineren Maschine, die gerade mal ca. 100 Passagiere fasst, weiter ueber die "grossen Seen" direkt nach Toronto. Endlich wurde es auch langsam Abend bzw. Nacht, was zwar zu einer beeindruckenden Sicht (Toronto war nur noch als ein Lichtermeer wahrzunehmen) fuehrte, aber dafuer fotografieren nahezu unmoeglich machte... mal schauen, was die Filmentwicklung fuer Ueberraschungen fuer mich parat haelt!

Unkompliziert fand ich aus dem Flughafen und wurde sogleich von einer aelteren Dame, die mit meinem Namensschild wartete, namens Margret in Empfang genommen. Sie sollte mich abholen und zu meiner Gastfamilie bringen. Jetzt fing also die englische Konversation an. Ich hatte es befuerchtet, es musste ja so kommen. Ich hatte es so gewollt, es war unaufhaltsam naehergekommen und nun war es endlich da: Das Sprachproblem. Aber es ging besser als gedacht.
Zuerst fuhr sie ohne Licht los (es war bereist Nacht). Aber dankbar nahm sie meine Empfehlung an, mit Licht weiterzufahren.
Sie zeigte mir dann ein paar wichtige Punkte Torontos, erklaerte mir grundsaezliches zur Orientierung (East- und Westside etc.) und nahm mich dann erstmal mit nach Hause um mich mit Toast und Tee zu versorgen. Das Toast hier schmeckt irgendwie anders als bei uns... auch der Honig ist anders. Wahrscheinlich sind hier irgendwelche Zusaetze oder Geschmacksverstaerker drinnen. Auch ueber diesen kurzen Besuch gaebe es mehr zu berichten, aber mir gehen gerade die Buchstaben aus und den Lesern wohl die Muse weiterzulesen... (schliesslich schreibe ich bereits den 2. Tag an diesem Artikel). Nur kurz: Sie ist Schauspielerin und Lehrerin... eine merkwuerdige Kombination, aber symphatisch und etwas wahnsinnig (wer Schauspieler kennt, weiss wovon ich rede! Wer Schauspieler ist, weiss es auch) . Sie ist Katholikin, ihr Mann ist Jude. Ebenfalls eine merkwuerdige Kombination. Und zu Halloween geht sie als Hexe. Das passt schon dann wieder.
Von da aus ging es dann weiter und nach einem Zwischenstop in einem Hotel (von wo aus ich endlich mal mit meiner Heimat telefonisch Kontakt aufnehmen konnte) kam ich dann endlich in der 411, O'Connor Street an. Margret setzte mich und meinen Koffer ab und uebergab mich der naechsten aelteren Dame: Claudette Wilson. Mit einem grossen Loch im T-Shirt hiess sie mich herzlich in meinem neuen (vorruebergehenden) zu Hause willkommen. Sie kommt urspruenglich aus Guyana und erinnert mich ein wenig an eine weibliche Variante von Morgan Freeman. Oder auch an die Abigail aus dem Stephen King Film "The Stand - Das letzte Gefecht". Das nur am Rande. Ausser mir begruessten mich noch zwei asiatische "Students": Tiger (merwuerdiger Name) aus Taiwan (glaub ich...) und Nori (sein kompletter Name war mir nicht zumutbar) aus Japan.
Von wegen: Eine neue Kultur! Hier sind haufenweise neue Kulturen!
Nori: Sehr ruhiger Typ von dem man kaum was mitbekommt.
Tiger: Staendig auf Gespraeche aus, die er immer wieder mit "Oh my god" kommentiert. Das versteht man aber auch nur, weil er es in jedem zweiten Satz wiederholt. Eigentlich versteht man ihn gar nicht. Sein Japenglisch ist fuerchterlich und beim schreiben dieser Zeilen erinnere ich mich an die Raeubersprache, die frueehr einige Kinder sprachen - mich dagegen vor ein grosses Raetsel stellten. Kurz gegooglet weiss ich nun, wie diese (Raeuber)Sprache funktioniert:
[Bei der Räubersprache wird jede Konsonante (sprich, alles ausser A, E, I, O, U) verdpollet, und zwischen die Verdoppelung kommt ein o.]
Ob ich Tiger allerdings von nun an verstehe, weiss ich noch nicht. Vielleicht nutzt er ein anderes System...
Das Untergeschoss des Hauses ist ca. 1,90 m hoch, was zwangslaeufig zu leichten Beklemmungen fuehrt, aber gut zu dem 1,80 m Bett passt!
Alles etwas eng, aber es passt. Wenn man sich hier so umschaut, dann merkt man mal wieder wie gut es uns in Deutschland geht. Es riecht merwuerdig. Nach einem kurezen Erkundungsgang finde ich die Ursache: Ein Duftgeraet im Badezimmer durchstroemt das ganze Haus mit Frische-Duft und koennte als "Duftbaumwaldbrandt" zu im Markt erhaeltlich sein...
Und dann gab es noch ein paar Anweisungen zur Hausnutzung:
- Kein Besuch ueber Nacht
- kommen und gehen kann ich wie ich will (dafuer hab ich einen Schluessel)
- wer Bier trinken will soll sein eigenes mitbringen
- Duschen nicht laenger als 10 Minuten
- Haare muessen auch nicht jeden Tag gewaschen werden
- Der Raum ist ordentlich zu halten
- Waesche ist Freitags abzugeben
- Internet ist nur zum email-Abrufen
- Fruehstueck findet man in der Kueche verteilt
- Das benutzte Geschirr ist gleich zu spuelen
- Rauchen im Haus ist verboten
usw...
Die Regeln sind ok, aber ich haette nicht in den ersten 15 Minuten damit gerehnet...
Es gab noch Abendessen, bei dem ich gar nicht so genau wissen will was es war. Gebratener Reise mit Kuechenresten (oder so aehnlich)... aber so stark gewuerzt, das es den Geruch aus dem Untergeschoss fast neutralisiert hat. Fast...

Mein Handyakku ist dummerweise leer und der Stecker meines Ladekabels passt hier nicht in die Steckdose. Gut, dass ich zu Hause einen Adapter habe!
Auch wenn zwischenzeitlich der erste Tag nun vorbei ist, belasse ich es mal dabei.
Vielleicht gibt es morgen schon den Bericht fuer den 2. Tag... der wird aber dann nicht ganz umfangreich ausfallen, was mitunter daran liegt, dass der Tag eben wieder nur 24 Stunden und keine 31 Stunden hat!
Wie es mit mit mir so weitergeht, wie ich die Sprachschule finde, ob ich einen Adapter fuer die Stckdose finde und was es als naechstes zu Essen gibt erfahrt ihr nur hier in diesem Blog!
Ich gehe nun aber mal nach Downtown - aber das waere ja schon der Bericht fuer den dritten Tag (und ich will nichts ueberstuerzen).
P.S. Blut kam heute uebrigens doch nicht mehr!
Das erste mal bin ich in Kanada und gleich an einer Tastatur, bei der die Tasten (vermeintlich) falsch sitzen. Andere werde ich hier wohl kaum finden.
Traenen, Schweiss und Blut. So, oder so aehnlich war der Abschied in Frankfurt. So sehr man sich auch auf die Reise freut, so bleibt doch immer ein bisschen Heimat und Vertrautes hinter einem. Auch wenn die Reisedauer absehbar ist (3 Wochen), so ist es doch ein Abschied auf Zeit. Und wie sagt schon der Volksmund "Scheiden tut weh". Fuer beide Seiten.
Als dann der Abschied an der Passkontrolle vollzogen war befand ich mich sofort in der naechsten Schlange fuer die Personen- und Handgepaeckkontrolle. Nach 20 Minuten war ich endlich durch, mein Handyladdekabel und mein Kopfhoerer jedoch erstmal nicht. Scheinbar sahen sie aufgrund ihrer schwarzen Farbe terrorverdaechtig aus und wurden gleich mittels eines Schwangersschaftsstreifen (oder etwas in der Art) auf Sprengstoff untersucht. Und das obwohl weder ich, noch die Kabel Turbane trugen... Sie kamen dann doch noch durch und ich auch.
Ein amerikanischer "Mister" vor mir hatte nicht so viel Glueck. Denn er hatte eine scheinbar terrorverdaechtige Flasche dabei, die es nicht geschafft hat. Aber bevor er weiter ging, durfte er noch einen grossen Schluck davon nehmen "Guuder deutscher Schnaps!".
Jetzt wurden die Passagiere meines Fluges aufgerufen und ich begann mich zu beeilen. Kleidungsmassig schon auf Kanada eingestellt, begann der zweite Teil von "Traenen, Schweiss und Blut". Jetzt konnte ich mich ganz auf den Schweiss konzentrieren. Nach grosser Hektik wurde ich dann aber bald vor der naechsten Personenkontrolle durch eine lange Schlange gebremst.
Ein Amerikaner hinter mir amuesierte und wunderte sich ueber die strengen Kontrollen, die so nicht mal in den USA ueblich seien. Alle Fluggaeste mussten die Schuhe ausziehen und wurden von Kopf bis Fusssohle mit einem Metalldedektor abgesucht. Aber auch dass habe ich geschafft.
Endlich im Flugzeug angekommen fing dann die Boardtoilette an zu blinken und zu piepsen. Nachdem sich nach und nach das (wahrscheinlich) komplette Boardpersonal in und um den normalerweise sehr einsamen Ort abwechselnd versammelte, konnten nach ca. 45 Minuten die Warnsignale abgeschaltet und das Flugzeug gestartet werden.
Dann verlief der Flug dann aber doch gut und waehrend (ich vermisse das "ä" auf der Tastatur...) ich in ueber 10.000 Metern den Atlantik ueberflog, konnte ich mein angehauftes Filmdefizit mal wieder stillen. Das Angebot war reichhaltig... So kann ich nun einge Filme bewerten.
Es folgt nun ein kurzer Block mit Filmkritiken (fuer uninteressierte bitte den Absatz ueberspringen):
Angefangen mit "Die Unglaublichen" von Walt Disney. Ein witziger Animationsfilm, fuer die grossen Kleinen und die kleingebliebenen Grossen (noch so ein Buchstabe den ich vermisse ist das "sz"). Teilweise etwas harte Action (zumindestens fuer 6 jaehrige, daher m.E. nicht so fuer die ganz Kleinen geeignet)
http://www.kinopolis.de/filme/filminfo.dhtml?filmoid=19235
Der zweite Film "Das Haus am See" mit dem Speed-Traumpaar Sandra Bullock und Keanu Reeves lief noch kuerzlich bei uns im Kino. Und es hat mich in keinster Weise geaergert ihn dort verpasst zu haben. Eine an und fuer sich interessante Geschichte, die sicherlich einen guten Film hergeben haette koennen. Aber nunmal nicht hat... Seicht, schmalzig und flach - hier kann ich (wen es interessiert) keine Empfehlung aussprechen!
http://www.kinopolis.de/filme/filminfo.dhtml?filmoid=23607
Wiederum unterhaltsam ist der Film "Klick" der ebenfalls erst kuerzlich in den deutschen Kinos lief (oder noch laeuft!?). Teilweise ebenso etwas flach (was bei Adam Sandler wohl auch kaum anders zu erwarten ist), aber dabei doch noch witzig... und dank David Hasselhoff (der seinen besten Job seit Baywatch und Knight Rider macht) auch eine nette Abendunterhaltung bei der man sich (wenn man denn will) auch gut und gerne tiefergehende Gespraeche ueber den Sinn des Lebens vorstellen kann...
http://www.kinopolis.de/filme/filminfo.dhtml?filmoid=23223
Genauere (dennoch kurze) Filmbeschreibungen findet ihr unter den angegeben Links.
Und der Teil mir der Filmkritik ist nun vorbei! Reisedetails folgen...
Waehrend ich mich also multimedial ueber den Wolken unterhalten liess (die Filme konnte man gluecklicherweise noch in der deutschen Synchronfassung sehen), genoss ich auch immer wieder den Blick auf die Erde von oben (http://www.yannarthusbertrand.com). Was mich normalerweise zwar eher langweilt, war hier dann doch zeitweise sehr faszinierend.
Die Blicke auf Island lassen sich leider nicht wirklich in ihrem ganzen Ausmass auf einem Bild festhalten, aber brennen sie sich jedoch ins Gedaechniss.

Unendlich karge Felslandschaften, die in riesige Eisdecken eingehuellt und von tiefblauen Seeen durchfurcht, sich in scheinbar grenzenlosen Weiten erstrecken. So weit man sah, war keine Menschensiedlung erkennen. Natur pur. Ein majestaetischer Ausblick und sicher mal eine eigene Reise wert... wobei mir eine solche Reise bei genauerem Nachdenken auf die Dauer doch etwas einsam erscheint. Aber wer denkt schon an so profanes, wenn man so eine Aussicht hat?!
Mindestens genauso einsam, aber nicht weniger beeindruckend war dann der Flug ueber die Auslaeufer von Groenland. Ganz aehnlich, nur noch viel eisiger als Island erstreckte sich das (hoffentlich) ewige Eis unter uns. Es faellt schwer das Bild zu beschreiben, aber wer es schonmal gesehen hat, weiss wahrscheinlich was ich meine.
Nach etwa 10 Stunden Mittag (ein scheinbar unendlicher Tag...) ueberflogen wir dann Kanada, wovon aber aufgrund geschlossener Wolkendecke wenig zu erkennen war. Aber auch die Wolkendecke war so dermassen dicht und gigantisch, dass es auch hier schwer fiel sich dem Ausblick zu verweigern. Wie ein Gebirge, das zeitweise auch an ein schockgefrorenes, schneeweisses Meer aus Wattebergen erinnert, lag es unter uns (so skurill die Beschreibung auch klingen mag, so sah es tatsaechlich aus!).

Nach und nach riss die Wolkendecke auf und lies den Blick auf die unter uns liegenende Seeenlandschaft zu.
Auf den Bildschirmen zeigte sich, dass wir bereits an Hoehe verloren und wir dem US-amreikansichen Boden naeherkamen. Der Flughafen in Detroit wurde angepeilt und getroffen... glueklicherweise dabei nicht zerstoert :-) (trotz meines mitgefuehrten terrorverdaechtigen Handykabels).
Die Gegend rund um Detroit sieht doch sehr laendlich aus. Dabei dachte ich immer, das Detroit eine Grossstadt sei. Hmmm. Soweit das Auge reichte klar geliederte Agrarflaechen, von einer Grossstadt dagegen weit und breit nichts zu sehen. Da ich aber soeben nochmal auf Wikipedia (http://www.wikipedia.de), der Internet-Enzyklopaedie, recherchiert habe, gehe ich nun davon aus, dass der Flughafen etwas ausserhalb liegt und Detroit so gross sein muss, dass man es vom Flughafen nicht sehen kann...?!
http://de.wikipedia.org/wiki/Detroit Diese Information ist fuer diesen Bericht aber auch eher von untergeordneter Bedeutung!
Weitere Personenkontrollen folgten. Wieder Schuhe aus, Rucksack durch eine Roentgenmaschine und ich wurde diemal (so wie alle anderen "Weiterflug-Passagiere") durch eine merkwuerdige Gas-Puste-Desinfektions-oder-sonstwas-Maschine durchgeschleust. Kurz stehenbleiben, dann pustet es aus den Seiten und irgendwas stroehmt aus... Man hat als Deutscher zwangsweise Assoziaationen die hier nicht weiter ausgefuehrt werden wollen. Ich kam aber durch und mein Ladekabel im uebrigen auch!
Von Detroit ging es dann nach etwa 1,5 Stunden mit einer kleineren Maschine, die gerade mal ca. 100 Passagiere fasst, weiter ueber die "grossen Seen" direkt nach Toronto. Endlich wurde es auch langsam Abend bzw. Nacht, was zwar zu einer beeindruckenden Sicht (Toronto war nur noch als ein Lichtermeer wahrzunehmen) fuehrte, aber dafuer fotografieren nahezu unmoeglich machte... mal schauen, was die Filmentwicklung fuer Ueberraschungen fuer mich parat haelt!

Unkompliziert fand ich aus dem Flughafen und wurde sogleich von einer aelteren Dame, die mit meinem Namensschild wartete, namens Margret in Empfang genommen. Sie sollte mich abholen und zu meiner Gastfamilie bringen. Jetzt fing also die englische Konversation an. Ich hatte es befuerchtet, es musste ja so kommen. Ich hatte es so gewollt, es war unaufhaltsam naehergekommen und nun war es endlich da: Das Sprachproblem. Aber es ging besser als gedacht.
Zuerst fuhr sie ohne Licht los (es war bereist Nacht). Aber dankbar nahm sie meine Empfehlung an, mit Licht weiterzufahren.
Sie zeigte mir dann ein paar wichtige Punkte Torontos, erklaerte mir grundsaezliches zur Orientierung (East- und Westside etc.) und nahm mich dann erstmal mit nach Hause um mich mit Toast und Tee zu versorgen. Das Toast hier schmeckt irgendwie anders als bei uns... auch der Honig ist anders. Wahrscheinlich sind hier irgendwelche Zusaetze oder Geschmacksverstaerker drinnen. Auch ueber diesen kurzen Besuch gaebe es mehr zu berichten, aber mir gehen gerade die Buchstaben aus und den Lesern wohl die Muse weiterzulesen... (schliesslich schreibe ich bereits den 2. Tag an diesem Artikel). Nur kurz: Sie ist Schauspielerin und Lehrerin... eine merkwuerdige Kombination, aber symphatisch und etwas wahnsinnig (wer Schauspieler kennt, weiss wovon ich rede! Wer Schauspieler ist, weiss es auch) . Sie ist Katholikin, ihr Mann ist Jude. Ebenfalls eine merkwuerdige Kombination. Und zu Halloween geht sie als Hexe. Das passt schon dann wieder.
Von da aus ging es dann weiter und nach einem Zwischenstop in einem Hotel (von wo aus ich endlich mal mit meiner Heimat telefonisch Kontakt aufnehmen konnte) kam ich dann endlich in der 411, O'Connor Street an. Margret setzte mich und meinen Koffer ab und uebergab mich der naechsten aelteren Dame: Claudette Wilson. Mit einem grossen Loch im T-Shirt hiess sie mich herzlich in meinem neuen (vorruebergehenden) zu Hause willkommen. Sie kommt urspruenglich aus Guyana und erinnert mich ein wenig an eine weibliche Variante von Morgan Freeman. Oder auch an die Abigail aus dem Stephen King Film "The Stand - Das letzte Gefecht". Das nur am Rande. Ausser mir begruessten mich noch zwei asiatische "Students": Tiger (merwuerdiger Name) aus Taiwan (glaub ich...) und Nori (sein kompletter Name war mir nicht zumutbar) aus Japan.
Von wegen: Eine neue Kultur! Hier sind haufenweise neue Kulturen!
Nori: Sehr ruhiger Typ von dem man kaum was mitbekommt.
Tiger: Staendig auf Gespraeche aus, die er immer wieder mit "Oh my god" kommentiert. Das versteht man aber auch nur, weil er es in jedem zweiten Satz wiederholt. Eigentlich versteht man ihn gar nicht. Sein Japenglisch ist fuerchterlich und beim schreiben dieser Zeilen erinnere ich mich an die Raeubersprache, die frueehr einige Kinder sprachen - mich dagegen vor ein grosses Raetsel stellten. Kurz gegooglet weiss ich nun, wie diese (Raeuber)Sprache funktioniert:
[Bei der Räubersprache wird jede Konsonante (sprich, alles ausser A, E, I, O, U) verdpollet, und zwischen die Verdoppelung kommt ein o.]
Ob ich Tiger allerdings von nun an verstehe, weiss ich noch nicht. Vielleicht nutzt er ein anderes System...
Das Untergeschoss des Hauses ist ca. 1,90 m hoch, was zwangslaeufig zu leichten Beklemmungen fuehrt, aber gut zu dem 1,80 m Bett passt!
Alles etwas eng, aber es passt. Wenn man sich hier so umschaut, dann merkt man mal wieder wie gut es uns in Deutschland geht. Es riecht merwuerdig. Nach einem kurezen Erkundungsgang finde ich die Ursache: Ein Duftgeraet im Badezimmer durchstroemt das ganze Haus mit Frische-Duft und koennte als "Duftbaumwaldbrandt" zu im Markt erhaeltlich sein...
Und dann gab es noch ein paar Anweisungen zur Hausnutzung:
- Kein Besuch ueber Nacht
- kommen und gehen kann ich wie ich will (dafuer hab ich einen Schluessel)
- wer Bier trinken will soll sein eigenes mitbringen
- Duschen nicht laenger als 10 Minuten
- Haare muessen auch nicht jeden Tag gewaschen werden
- Der Raum ist ordentlich zu halten
- Waesche ist Freitags abzugeben
- Internet ist nur zum email-Abrufen
- Fruehstueck findet man in der Kueche verteilt
- Das benutzte Geschirr ist gleich zu spuelen
- Rauchen im Haus ist verboten
usw...
Die Regeln sind ok, aber ich haette nicht in den ersten 15 Minuten damit gerehnet...
Es gab noch Abendessen, bei dem ich gar nicht so genau wissen will was es war. Gebratener Reise mit Kuechenresten (oder so aehnlich)... aber so stark gewuerzt, das es den Geruch aus dem Untergeschoss fast neutralisiert hat. Fast...

Mein Handyakku ist dummerweise leer und der Stecker meines Ladekabels passt hier nicht in die Steckdose. Gut, dass ich zu Hause einen Adapter habe!
Auch wenn zwischenzeitlich der erste Tag nun vorbei ist, belasse ich es mal dabei.
Vielleicht gibt es morgen schon den Bericht fuer den 2. Tag... der wird aber dann nicht ganz umfangreich ausfallen, was mitunter daran liegt, dass der Tag eben wieder nur 24 Stunden und keine 31 Stunden hat!
Wie es mit mit mir so weitergeht, wie ich die Sprachschule finde, ob ich einen Adapter fuer die Stckdose finde und was es als naechstes zu Essen gibt erfahrt ihr nur hier in diesem Blog!
Ich gehe nun aber mal nach Downtown - aber das waere ja schon der Bericht fuer den dritten Tag (und ich will nichts ueberstuerzen).
P.S. Blut kam heute uebrigens doch nicht mehr!
